Noch bevor wir nach Namibia gereist sind, hatte ich einen großen Wunsch: Ich wollte unbedingt afrikanische Elefanten im Etosha Nationalpark sehen. Die Tiere sind so riesig und beeindruckend, aber dann doch wieder vorsichtig, sensibel und sozial. Wir haben vorher schon viel über Elefanten lesen können. Aber durch unsere Reise, konnten wir noch viel mehr über diesen tollen Tiere erfahren.

Wo gibt es überhaupt noch Elefanten?

Ursprünglich lebten einmal ca. 20 Millionen der größten Landtiere der Welt in Afrika. Heute sind es noch rund 300.000 bis 350.000 Elefanten. Besonders die Wilderei macht den Tieren zu schaffen sowie die Wegnahme von Lebensraum.

Afrikanische Elefanten lebten vor einiger Zeit vor allem südlich der Sahara – besonders viele Elefanten im Etosha Nationalpark. Durch die zunehmende Besiedelung des Menschen wird jedoch der ursprüngliche Lebensraum der Elefanten immer weiter eingeschränkt. Ackerbau und das Bauen von Siedlungen sorgen dafür, dass der Lebensraum kleiner wird und sich die Elefanten vor allem in Wälder, Buschland und die Savannen der Nationalparks zurückziehen.

Wir stehen sehr lange und schauen den Tieren zuEin junger Elefant

Bei den asiatischen Elefanten ist ein ähnlicher Verlauf zu beobachten. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet wird durch Ackerbau, Siedlungen und menschliche Infrastruktur immer weiter getrennt. Die Zahl der heute noch lebenden Elefanten zieht sich demnach in geschützte Waldgebiete und angrenzendes Gras- und Buschland zurück. Heute findet man asiatische Elefanten vor allem in Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Sri Lanka, Thailand und dem Vietnam.

Wir konnten während unserer Reise asiatische Elefanten im Khao Yai Nationalpark (Thailand) sowie eine Herde afrikanischer Elefanten im Etosha Nationalpark (Namibia) beobachten.

Elefanten und das soziale Netzwerk

Afrikanische Elefanten sind mit ca. sechs Tonnen und einer Höhe von über drei Metern sicher keine kleinen Tiere. Ganz im Gegenteil: Sie sind die größten Landtiere der Welt. Dass Elefanten intelligent sind und sogar einfache Rechenaufgaben lösen sowie sich im Spiegel selbst erkennen können, mag einigen bereits bekannt sein. Das liegt auch mit daran, dass der Elefant mit seinen 257 Millionen Nervenzellen im Hirn ungefähr drei mal so viele hat, wie der Mensch.

Darüber hinaus sind Elefanten aber auch emotional intelligent und pflegen ein ausgiebiges soziales Netzwerk in der Herde, die vor allem aus Kühen und Kälbern besteht und von einer Leitkuh angeführt wird. Die Leitkuh ist meist die älteste Dame im Bund, häufig mittlerweile unfruchtbar und zwischen 40 und 50 Jahren alt. In der Verantwortung der Leitkuh liegt vor allem, die Herde mit Nahrung und Wasser zu versorgen. Das Wanderverhalten der Herde ist vor allem abhängig vom Nahrungsangebot. Während die Tiere zur Regenzeit eher ortsbeständig sind, wandern sie in Trockengebieten oft über lange Strecken, um Nahrung zu finden. Die Leitkuh weiß aus ihrer Erfahrung genau, wo Nahrungs- und Wasserstellen sind und führt die Herde über bekannte „Elefantenstraßen“ immer wieder zu diesen Orten.

Bullen hingegen trennen sich nach etwa 12 Jahren von der Herde und kommen nur zur Brunft zu einer Herde dazu. Außerhalb dieser Zeit bestreiten sie ihr Leben alleine oder in losen Gruppen aus mehreren Bullen.

Elefanten können einen Sonnenbrand bekommen

Auch wenn man es vielleicht nicht vermutet, können auch Elefanten einen Sonnenbrand bekommen. Deshalb ist es häufig zu beobachten, dass sich die Tiere Sand auf ihren eigenen Rücken und Kopf werfen oder sich im Schlamm wälzen. Ein netter Nebeneffekt ist auch, dass Insekten es schwerer haben, die großen Säuger zu ärgern. Das Verhalten mit dem Schutz vor der Sonne konnten wir auch bei den Elefanten im Etosha beobachten.

Elefant schützt sich mit Sand vor der Sonne

Die älteren Tiere helfen auch den Jungtieren bei dem Schutz vor der Sonne. Dafür werden die Kleinen durch den Sand getrieben, bis sie vollkommen einpaniert sind. Wenn die Elefantenbabys dann irgendwann müde sind und schlafen, stellen sich die Erwachsenen über sie, damit sie vor der Sonne geschützt sind.

Neben dem Sonnenbrand müssen die Tiere auch darauf achten, dass sie nicht in der Sonne überhitzen. Schwitzen können sie nämlich nicht. Die großen Ohren helfen ihnen jedoch, die Bluttemperatur zu regulieren. Werden die Ohren also abgestreckt, so fließt das Blut viel weitere Wege, weit ab vom Körper durch die Ohren. Damit schaffen es Elefanten, sich selbst bis zu 10 Grad abzukühlen.

Elefanten können mit den Füßen hören

Auch wenn Kinder immer wieder gefragt werden „wie macht der Elefant?“ ist das Trompeten überwiegend nicht die bevorzugte Kommunikation zwischen einzelnen Tieren der Herde. Echte Laute werden vor allem erzeugt, um Stimmungslagen auszudrücken, z. B. Aufregung, Angst oder Aggressivität. Um in der Gruppe zu kommunizieren, werden zu zwei Dritteln Infraschall-Laute genutzt. Diese sind für Menschen nicht hörbar und werden durch die Luft oder das Erdreich über viele Kilometer übertragen. Auf diese Weise können sich die Tiere auch dann Botschaften senden, wenn sie weiter auseinander stehen.

Auch bei den Elefanten im Etosha konnten wir erkennen, wie sich die Tiere scheinbar lautlos untereinander verständigten – auch wenn andere Tiere außer Sichtweite hinter einem Busch oder Hügel standen.

Überall im Gebüsch stehen ElefantenEtoshas Elefanten

Generell sind wahrnehmbare Geräusche von außen bei Elefanten sehr wichtig, um Situationen einschätzen zu können. Sie können beispielsweise an der Stimme erkennen, ob ihnen ein Mensch gefährlich werden kann oder nicht.

Der Rüssel ist eigentlich ein Schnorchel

Forschungen zufolge zeigen Elefanten-Embryonen eine besondere Nierenstruktur, die für Wassertiere typisch ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Vorfahren der Elefanten ausschließlich im Wasser lebten – ähnlich, wie Seekühe heute – und den Rüssel vor allem als Schnorchel nutzten. Ein weiteres Indiz dafür ist, dass Elefanten, im Gegensatz zu anderen Landsäugetieren, innenliegende Hoden haben.

Egal, ob es stimmt oder nicht: Heute nutzen Elefanten ihren Rüssel beim Schwimmen immer noch gerne als Schnorchel.

Ein Elefant im Khao Yai NationalparkUnd ein weiterer Elefant am Wasserloch

Elefanten haben Trauer und Mitgefühl

Elefanten sind riesengroß, knicken auch gerne mal Bäume um und wenn man ihnen zu nahe kommt, werden sie auch mal aggressiv. Dennoch sind die Säuger ziemlich sensibel. Elefanten sind in der Lage, anhand der Stoßzähnen einen toten Artgenossen zu erkennen.

Zu beobachten ist darüber hinaus auch, dass Elefanten beim Verlust von Familienmitgliedern ähnliche Rituale zeigen, wie es auch Menschen tun. In Kenia konnte beobachtet werden, wie ein Muttertier eines Familienverbandes gestorben war. Die gesamte Herde versammelte sich anschließend um das tote Tiere und hielt neben dem Leichnam Wache. Sie verabschiedeten sich und zogen erst sehr viel später von dannen.

Ein Elefant vergisst nie

Man kennt ja den Spruch, dass man Menschen, die sich viele Dinge lange merken können, ein Elefantengedächtnis zusagt. Auch wenn man es nur als Spruch nutzt, ist dort auch wissenschaftlich etwas wahres dran. Elefanten haben besonders ausgeprägte Schläfenlappen, die für die Speicherung von Erinnerungen im Gehirn verantwortlich sind. Insgesamt wiegt ein Elefantenhirn ca. fünf Kilogramm und ist damit das größte Hirn unter Landtieren.

Elefanten laufen 80 km pro Nacht zur Nahrungssuche

Schon mal Diät gemacht und Kalorien gezählt? Dann fühlst Du dich wahrscheinlich besser, wenn Du hörst, dass Elefanten jede Nacht ca. 250.000 Kilokalorien zu sich nehmen. Dazu werden rund 17 Stunden am Tag Blätter, Rinde und Äste gefressen. Dazu sei aber gesagt, dass sie dafür auch rund 80 Km weit laufen und sich damit wahrscheinlich schon einen Großteil der Kalorien direkt wieder abtrainieren.

Die langen Wanderungen konnten wir auch bei den Elefanten im Etosha beobachten. Wir konnten die Tiere am Horizont entdecken und den Weg über begleiten, bis sie am Wasserloch waren. Nachdem etwas Wasser aufgetankt wurde, zogen sie in eine andere Richtung weiter.

Elefanten beim TrinkenZwei Elefanten am Wasserloch

Elefanten laufen auf Zehenspitzen

Wenn sich Elefanten bewegen, sieht es auf den ersten Blick immer etwas schwerfällig aus. Kein Wunder, auf den Füßen liegt ja auch ziemlich viel Gewicht. Was ist aber, wenn die Füße eigentlich aus einzelnen Zehen bzw. Fingern bestehen? Die Tiere laufen streng genommen durchweg auf Zehenspitzen und deshalb auch trotz des Gewichtes äußerst leichtfüßig.

Überleg mal: Selbst ein stattlicher Bulle von ca. vier Tonnen Gewicht hinterlässt im harten Boden kaum Spuren. Deshalb ist die Begegnung mit Elefanten auch häufig ziemlich überraschend, denn man bemerkt sie erst, wenn man sie auch wirklich sieht.

Elefantenweibchen sind Hebammen und Kindergärtnerinnen

Wusstest Du, dass die Schwangerschaft eines Elefanten die längste unter Säugetieren ist? Eine Elefanten-Kuh ist insgesamt rund 22 Monate schwanger. Bei der Geburt wiegt der kleine Racker dann aber auch stattliche 100 Kilogramm. Das muss ein ganz schöner Aufprall sein, wenn das Baby aus rund 70 cm Höhe auf den Boden fällt.

Elefanten funktionieren als Herde so gut, weil jeder für jeden da ist. Elefantenweibchen sorgen demnach häufig für die Betreuung der Jungen und passen auf, dass sich kein Tier zu weit aus der Gruppe entfernt bzw. durch Wildtiere in Gefahr gerät, während sich der Rest der Gruppe auf Nahrungssuche begibt.

Elefant trinkt am Wasserloch im EtoshaNoch ein Elefant am Wasserloch

Gefrustete Bullen knicken Bäume um

Es kann schon wirklich frustrierend sein, wenn man keinen Partner abbekommt. Elefantenbullen sehen das Ganze noch etwas theatralischer, denn sie knicken auch gerne mal einfach ein paar Bäume um, wenn der Frust zu groß wird. Auch wir konnten häufig erkennen, wo ein Elefantenbulle wohl lang gelaufen ist. Denn genau dort lagen viele umgeknickte Bäume, die noch voll mit saftigen Blättern waren.

Hast du auch schon einmal Elefanten hautnah erlebt und konntest eine der besonderen Fakten über Elefanten selbst miterleben? Berichte uns doch mal in den Kommentaren!

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