Als wird uns auf den Weg machen von Brisbane in Richtung Sydney, entscheiden wir uns den Highway zu fahren, um schnell voran zu kommen. Schließlich haben wir häufiger gehört, dass die Strecke zwischen Brisbane und Sydney nicht so besonders sein soll. Nach Stunden wird uns dann aber der Asphalt zu viel und wir fahren an der nächsten Ausfahrt raus. Plötzlich entdecken wir ein blinkendes Schild „Vorsicht, Koalas!“. Kurz darauf lernen wir Marie kennen, die wilde Koalas in Australien bei sich in der Straße versorgt. Aber von vorne…

Achtung: Koalas!

Wir fahren also von der Autobahn ab und wollen eine Weile parallel fahren. Einfach mal nicht nur Teer, Ausfahrten und Massen an Autos sehen. Als wir ein paar Kilometer die Landstraße entlang fahren, biegen wir in eine kleinere Straße ab. Keine Ahnung warum, aber irgendwie wollten wir dort entlang. Ein paar hundert Meter die Straße hinein sehen wir einen Baustellen-Anhänger mit einem großen blinkenden Schild auf der Ladefläche. Dort ist zu lesen, dass man vorsichtig fahren soll, denn es sind hier viele Koalas zu finden. Koalas? Wir wünschen uns so, dass wir Koalas in Australien sehen können.

Es geht also weiter mit dem Auto, aber deutlich langsamer als vorher. Wir versuchen in den Bäumen Koalas zu entdecken. Schließlich sind die Eukalyptus-Bäume nicht so dicht, dass man kein Tier erspähen könnte. Also kriechen wir die Straße entlang, während von oben die Sonne erbarmungslos auf unser Auto knallt. Es geht weiter: erst ein Stück geradeaus, dann kommen Kurven, aber von Koalas keine Spur. Haben sie sich weiter von der Straße entfernt, um gestört ihren Schlaf finden zu können? Schließlich schlafen Koalas doch den gesamten Tag, wenn sie nicht gerade Durst oder Hunger haben. Wahrscheinlich würde ich es auch so machen, wenn ich mit dem Pelz in der australischen Mittagshitze klar kommen müsste. Wir sehen wirklich kein Tier. Schade!

Irgendwann halten wir an. Wir wollen uns von hinten aus dem Kofferraum etwas zu trinken holen und uns einen Snack für die Fahrt ins Fahrerhaus legen. Wir finden einen Schattenplatz. Die Mittagssonne hat ganz schön Kraft. Selbst im Schatten ist es ziemlich heiß.

Marie und die wilden Koalas in Australien

Auf der anderen Seite der Straße entdecken wir ein kleines verschlafenes Häuschen mitten im Wald. Das Haus sieht ganz schön alt und etwas verwildert aus. Wir fragen uns, wer da wohl wohnt. Während wir also einen Schokoriegel aus dem Kühlschrank holen, kommt plötzlich eine Frau um die Ecke. Sie sagt „Hallo ich bin Marie. Habt ihr einen Platten?“. Wir verneinen und erzählen ihr, dass wir uns nur etwas Wasser und einen Snack aus dem Auto holen wollen, bevor es weitergeht in Richtung Sydney zu den Blue Mountains und zum Pebbly Beach.

Marie scheint sich wahnsinnig zu freuen, dass hier mal jemand vorbei kommt. Sie erzählt uns, dass sie sich eigentlich gerade auf den Weg machen wollte, um den Koalas Wasser zu bringen. Die Tage sind gerade extrem heiß und ohne Wasser halten es die pelzigen Beutelbären nicht lange aus. Marie fragt „Wollt ihr mich begleiten? Dann muss ich den Weg nicht alleine gehen. Und ihr könnt die Koalas sehen. Habt ihr Lust?“. Was für eine Frage. Na klar haben wir das. Marie geht zurück ins Haus, holt einen Kanister mit Wasser und ihre Kamera. Scheinbar ist sie so begeistert von den Tieren, dass sie noch immer gerne Fotos von den Tieren macht. Es dauert nicht lange, dann steht sie mit Kamera und Kanister bereit. Ich habe auch meine Kamera parat. Es kann also losgehen!

Marie führt uns zu den Koalas

Ab zu den wilden Koalas in Australien

Wir wandern also die Straßen entlang. Die Sonne knallt ziemlich von oben. Es ist echt heiß. Jedes Mal, wenn ein Baum Schatten spendet, machen wir kurz Pause. Marie läuft das Wasser auch nur so runter. Sie ist nicht mehr die jüngste, dennoch macht sie sich an so heißen Tagen immer wieder auf und versorgt die Tiere. Wir treffen unterwegs einen Mann, der im Auto an uns vorbeifährt. Er kennt Marie und sagt, dass sie die Koala-Frau wäre. Man kennt sie hier scheinbar. Schön, wie manche Menschen so eine Motivation haben, sich zu kümmern. Es scheint auf jeden Fall ihre Lebensaufgaben zu sein. Sie hat vor langer Zeit das Haus geerbt und wohnt nun hier im Wald. Ich denke, das Versorgen der Koalas hält auch sie fit.

Irgendwann kommen wir bei einem Baum an, bei dem Marie stehen bleibt. Plötzlich begrüßt sie überschwänglich jemanden im Baum, den ich noch nicht entdecken konnte. Sie zeigt mir, dass dort Koala Nummer 1 sitzt. Er wäre immer in diesem Baum, das sieht man auch an den Kratzspuren am Stamm. Die Koalas in Australien müssen eigentlich nur den Baum wechseln, wenn sie ihn leer gefressen haben. Nur dann haben sie natürlich Feinde, wie Hunde, die unten auf sie lauern. Im Baum sind sie sicher.

So dicht sind wir den wilden Koalas in AustralienWilde Koalas in Australien im BaumDer Koala schaut neugierig, was da unten passiertKoalas in den Bäumen von Australien

Marie hat im Busch unter dem Baum eine kleine Plastikschale hingestellt. Die verwittert nicht und kann immer wieder mit Wasser aus dem Kanister aufgefüllt werden. Marie begutachtet noch den Koala und schaut, ob sie Wunden oder andere Probleme erkennen kann. Wir reichen ihr unser Fernglas, damit sie alles besser überblicken kann. Alles ok, sagt sie, also geht es weiter.

Ganz verschlafen guckt der KoalaWilde Koalas in Australien

Wir gelangen mit ihr noch zu einigen Koalas. Marie weiß genau, wo sie sitzen. Sie erklärt uns, dass die Koalas in Australien immer den Stamm der Eukalyptusbäume umarmen. Der Baumstamm ist zwei Grad kühler, als die Umgebung, weshalb sich die Tiere damit versuchen etwas abzukühlen. Man, das muss aber auch warm sein mit dem Fell.

Nachdem wir alle Koalas gefunden und versorgt haben, geht es zurück zu Maries Haus. Wir erfahren viele Geschichten aus der Gegend. Marie ist eine wirklich liebevolle, gutherzige Frau, die sich um die Tiere in der Region kümmert. Wir danken ihr ganz herzlich für die Tour und verabschieden uns. Mach so weiter, Marie!

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