Das Lagerfeuer knistert bereits während die Sonne gerade untergeht. In der einen Hand einen Sundowner während man den Tag Revue passieren lässt. Wildtier Beobachtungen im Etosha, wahnsinnige Landschaften, so oder so ähnlich sind unsere Vorstellungen von Namibia. Wie schön wäre es dem deutschen Winter zu entfliehen und nach Namibia zu reisen und all das zu erleben. Aber im Januar und Februar ist in Namibia Regenzeit. Was bedeutet das für eine Campingreise? Ist das auch alles während der Regenzeit möglich? Wir erzählen dir von unseren Erfahrungen.

Wann ist in Namibia Regenzeit?

Im namibianischen Sommer beginnt die Regenzeit im November und reicht bis in den März. Im Februar erreicht die Regenzeit oft ihren Höhepunkt. Es ist häufig mit Regenfällen, Sturm und Gewitter zu rechnen, während in Namibia Regenzeit ist. Natürlich kann niemand vorhersehen, wie oft und wie heftig es regnet. Uns gefiel die Vorstellung von einer recht grünen Vegetation sehr gut. Auch der Vorteil in der Nebensaison zu reisen und ohne viele andere Reisende und komplett ausgebuchte Unterkünfte unterwegs zu sein ist schon verlockend.

Gereist sind vom 19. Januar bis zum 10. Februar 2018. Bis zum letzten Tag vor unserer Reise haben wir uns jedoch gefragt, wie es wohl sein wird während der Regenzeit zu reisen. Noch dazu mit einem Toyota Hilux mit Dachzelt auf Campingplätzen. Müssen wir also jeden Tag Stunden im Auto verbringen?! Die Regenjacken haben wir auf jeden Fall vorsichtshalber eingepackt…

Über NamibRand bis zum Etosha – unsere Route

Gestartet sind wir in Windhoek mit einer Übernachtung. Weiter ging es über das NamibRand Nature Reserve nach Sesriem ins Sossusvlei. Von dort sind wir über Solitair und die ruckelige C14 nach Walvis Bay und Swakopmund gefahren. Über die Spitzkoppe nach Kamanjab und dann in den Etosha Nationalpark. Der vorletzte Halt war am Waterberg Plateau bevor es zum Erindi Private Game Reserve und schlussendlich zurück nach Windhoek ging.

Auswirkungen auf die Tierbeobachtung

In den namibianischen Sommermonaten ist es durch den Regen viel grüner als in den trockenen Wintermonaten. Wir haben oft gelesen, dass es dadurch sehr schwierig sein soll, Tiere in der grünen Vegetation auszumachen. Na klar, wenn alles verhältnismäßig grün ist, ist die Sicht beschränkt. Man kann nicht weit schauen und das Laub bietet den Tieren viele Versteckmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass sich durch Regen natürliche Wasserlöcher bilden. Die Tiere sind nicht mehr auf die künstlichen Wasserlöcher angewiesen, an denen sich oft Aussichtspunkte oder die Campingplätze und Lodges befinden. Wer im Winter reist, findet dort die Tiere, man muss nur warten…

Jetzt, nach der Reise können wir sagen, dass wir so viele Tiere gesehen haben, dass unsere Erwartungen vollends übertroffen wurden. Wir beobachten Tiere total gerne und bringen auch die notwendige Geduld mit. Vielleicht war das diesmal besonders von Vorteil. Außer von frei lebenden Geparden und Leoparden haben wir jedes vorkommende Tier im Busch entdecken können. Natürlich gehören unzählige Böcke und Zebras dazu aber auch Giraffen, Elefanten, Nashörner, Hyänen und Löwen. Wir sind mit den Tiersichtungen total zufrieden und haben nichts vermisst! Die Regenzeit war für uns in dieser Hinsicht keine Einschränkung. Nun wissen wir natürlich nicht, was wir zur besten Safarizeit im Busch gesehen hätten. Aber wen interessiert das auch, wenn man zufrieden ist 🙂

Tiersichtung trotz RegenzeitTiere im EtoshaHyänen im EtoshaIdyllische Blumenwiese

Auswirkungen auf das Campen

Regen ist nicht unbedingt das was man sich als Camper wünscht. Natürlich brauchen das Land und die Tiere, gerade in Namibia, das Wasser unbedingt. Nach der langen Durststrecke im Winter schreit der Boden und damit auch die Tiere nach dem Nass von oben.

Wir sind davon ausgegangen, dass unser gemieteter Toyota Hilux mit einem Dachzelt ausgestattet ist, welches gut abgedichtet ist und kein Wasser durchlässt. Zu dem haben wir gehofft, dass die Wetterverhältnisse regional so unterschiedlich sind, dass uns der Regen nicht 3 wochenlang überallhin begleiten wird. Einen Regenguss bei dem man sich ins Auto verkriechen muss, werden wir schon verkraften. Schließlich sind wir aus Hamburg und nicht aus Zucker 🙂

In der Wüste ist kein Regen zu sehen

Angekommen in Windhoek erwarten uns angenehme 30 Grad. Es nieselt leicht, klart zum Abend aber auf und ein schöner Sommerabend heißt uns willkommen.

Weiter geht es dann Richtung Wüste. Das NamibRand Nature Reserve und Sesriem mit seinen Dünen dem Sossusvlei gehören zu der Wüstenlandschaft des Namib-Naukluft Nationalpark. In der Wüstenlandschaft haben wir heiße Temperaturen von 30-35 Grad und keinen Regen. Strahlend blauer Himmel oder zerklüftete Wolken, was toll aussieht, begleiten uns hier. Es weht fast immer ein angenehmer Wind, ohne den es sicherlich unerträglich wäre. Nachts kühlt es auf angenehmere Temperaturen um die ca. 17 Grad ab. Von Regen keine Spur.

NamibwüsteNoch ist es angenehm frisch im DeadvleiWolkenloser Himmel im SossusvleiFotogener Himmel

Walvis Bay und Swakopmund liegen an der Atlantikküste. Hier ist es deutlich frischer. Tagsüber erfreuen wir uns über 22 Grad, nachts über 16 Grad. Die Abkühlung tut wirklich gut. Auch hier von Regen keine Spur.

An der Spitzkoppe ist es wieder sehr trocken und heiß. Wir haben tagsüber um die 35 Grad, abends wird es angenehmer. Tagsüber heizt es sich zwischen den Steinen ganz schön auf. Kühler als 18 Grad wird es nachts aber nicht. Ist wirklich gerade in Namibia Regenzeit!? Wir sehen keinen Tropfen.

SonnenuntergangRegenzeit Namibia

In der Nähe von Kamanjab befinden wir uns auf einer Cheetah Farm. Ab hier hat sich die Vegetation deutlich verändert. Es gibt viele Büsche und Bäume. Die Landschaft sieht sehr grün aus. Wir haben hier heiße 32 Grad. Abends ziehen hier und da dunkle Wolken auf und in der Ferne sieht man vereinzelt Regen fallen. Auf unserer Farm bleibt es jedoch trocken. Die grüne Vegetation lässt vermuten, dass es doch ab und an mal regnet. Der Farmer erzählte uns aber, dass alle Farmen sehnsüchtig auf den Regen warten.

Im Etosha holt uns der Regen ein

Im Etosha Nationalpark ist es heiß und immer wieder wolkig. An unserem letzten Tag im Etosha wird es abends sehr windig und dunkle Wolken ziehen auf. Am Himmel blitz es bereits und irgendwann fängt es an zu regnen. Aber richtig. Jetzt wird uns klar, dass in Namibia Regenzeit ist. Den ersten Teil der Nacht blitzt und donnert es gewaltig, es weht und regnet immer wieder. Es weht so stark, dass der Wind unser aufgebautes Dachzelt zusammen klappt während wir im Auto sitzen. Schock! In der Nacht tropft es an zwei Stellen in das Zelt. Wir schlafen nicht besonders gut, denn ab und an tropft es auf den Kopf – mal abgesehen von Donner und Blitzen. Zum Glück ist die Nacht bald vorbei und die Tagestemperaturen trocknen das Zelt sehr schnell. Das Zelt hat den Wind trotz des Zusammenklappens gut überstanden. Dass ein Gelenk, welches zwei Stangen zusammen hält, gebrochen ist, bemerken wir erst am vorletzten Abend 🙂

Am Waterberg Plateau ist es ebenfalls heiß, um die 32 Grad. Am ersten Abend ziehen wieder dunkle Wolken auf und Gewitter bahnt sich an. Hier merken wir direkt, dass in Namibia Regenzeit ist. Es regnet wieder heftig und helle Blitze durchzucken die Nacht. So ein heftiges Gewitter haben wir noch nicht erlebt. Aber auch diese Nacht ist irgendwann vorbei. Tagsüber ist es teilweise bewölkt. Durch die Wolkendecke ist es zum Glück nicht ganz so heiß, es ist jedoch leicht schwül. Insgesamt bleiben in diesem Gebiet die Wolken aber häufig am Tafelberg hängen und regnen sich ab. Das spendiert den Tieren und den Campern fließend Wasser, gleichzeitig aber auch mal Tropfen von oben auf den Kopf.

Namibia Regenzeit - Der Himmel verspricht nichts GutesRegen in der Ferne

Im Erindi Private Game Reserve erwarten uns wie immer warme 30-33 Grad. Den ersten Tag haben wir keinen Regen. Der Tag danach ist trocken, abends zucken in der Ferne gewaltige Blitze und eine dunkle Wolkenfront schiebt sich in unserer Richtung. Entgegen der Erwartungen bleibt es die ganze Nacht trocken und ruhig. Am Tag darauf ist es bis nachmittags schön. Dann zieht Regen auf. Nach kurzer Zeit steht unser Platz unter Wasser und es hört bis in die späten Abendstunden nicht auf zu regnen. Wir verbringen einige Zeit im Auto. Um auszusteigen bräuchten wir eine Badehose! Später fahren wir zur überdachten Veranda der Rezeption und spielen Brettspiele.

Gewitter in Namibia

Wir erreichen das wolkenbehangene Windhoek und kurz darauf fängt es wie aus Kübeln an zu regnen. Als wir in einem Einkaufszentrum sind, schlägt der Blitz ein woraufhin der Strom ausfällt. Den ganzen Nachmittag nieselt es immer wieder.

Auswirkungen auf die Straßenverhältnisse

Wir haben uns darauf eingestellt, dass einige Straßen schlechter befahrbar sind und uns Wasserstellen auf den sandigen Pisten begegnen können, während in Namibia Regenzeit ist. Aus Büchern haben wir erfahren, dass es für die Namibier normal ist, dass sie nach einem heftigen Regenguss entweder gar nicht ihr Heim verlassen können oder eben nicht mehr zurück kommen.

Wir wären gerne bis zur Sambesi Region vorgedrungen, weil uns die Landschaft mit ihrer Wildheit schon gereizt hätte. Aufgrund der Sumpflandschaft haben wir dann aber doch davon abgesehen dorthin zu reisen. Auch wenn die Straße B8 ganzjährig befahrbar sein soll.

Insgesamt können wir nun sagen, dass die Straßen und Pisten alle befahrbar waren. Lediglich die Strecke vom Etosha Nationalpark bis zum Waterberg Plateau war durch den Regen stark aufgeweicht aber dennoch gut passierbar. Hin und wieder musste man große Pfützen durchfahren oder mal vorsichtshalber 4×4 aktivieren. Das Fahren hat dadurch viel Spaß gebracht und war teilweise schon abenteuerlich. Wir haben ein Wohnmobil überholt was auf der gleichen Strecke unterwegs war. Das Wohnmobil kam nur langsam voran. In unserem Hilux haben wir uns wirklich deutlich überlegen gefühlt.

Piste in NamibiaSandsturm in der Wüste

Auswirkungen auf Aktivtäten

Man muss schon sagen, dass es uns für einige Aktivitäten wie zum Beispiel Wandern zu den Felsmalereien an der Spitzkoppe teilweise einfach zu heiß war. Gerade ab Mittags. Im Sossusvlei erklimmen die meisten Besucher eine der hohen Dünen. Solange man dies vor 10.30 Uhr tut, ist es von den Temperaturen auch auszuhalten. Am Waterberg Plateau haben wir morgens als es noch kühler war eine kleinere Wanderung unternommen. In Swakopmund und Walvis Bay gibt es eine Vielzahl von Outdooraktivitäten wie Parasailing, Quadfahren und Kajaktrips mit Robben. Für diese Aktivitäten sind die Temperaturen im namibianischen Sommer wiederum perfekt. In den frischen Wintermonaten könnte es gerade auf dem Wasser beim Kajaken recht ungemütlich werden.

Namibia Regenzeit, lohnt es sich?

Das ist eine schwierige Frage, da es immer auf die persönlichen Vorstellung und Erwartungen ankommt. In der Wüstenlandschaft ist der Unterschied was den Regen betrifft zwischen Sommer- und Wintermonaten nicht so stark zu spüren. Im Sommer erwartet einen eine angenehme Erfrischung in den Küstenorten Walvis Bay und Swakopmund. In den Wintermonaten wird es hier deutlich kühler und windiger, weshalb viele Camper hier eine Nacht im Hotel einrichten. Weiter nördlich ist es durchweg grüner und regnerischer. Die Landschaft ist wirklich wunderschön, gerade während in Namibia Regenzeit ist. Die Wolken machen den Himmel für Fotografen interessant und das eigene Auge erfreut sich nach endloser Wüstenlandschaft endlich über etwas grün.

Wer in Lodges nächtigt der hat ein festes Dach über den Kopf und stört sich vielleicht weniger am Regen. Man hat etwas mehr Platz und muss nicht in der Fahrerkabine des Autos abwarten bis der Regen vorüber ist.

Wir haben unsere Regenjacken gebraucht, haben das ein oder andere Schlamassel im Regen überlebt und können darüber lachen. Durch die warmen Temperaturen trocknet alles ruckzuck und es hat nie tagelang durchgeregnet. Viele Campingplätze haben einen Pool in dem man sich in den heißen Mittagsstunden erfrischen kann. Wir haben unsere Reise total genossen und sind froh, dass wir in der Nebensaison gereist sind. Ein großer Vorteil der Nebensaison ist außerdem, dass viele Autovermieter und Campingplätze Rabatte bieten oder einfach günstigere Preise als in der Hauptsaison haben. Namibia ist ein ganzjährig bereisbares Abenteuerland und immer eine Reise wert. Worauf wartest du, los gehts!

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