Ungefähr 70 Kilometer sind es von Halali bis zum Namutoni Camp, wo wir heute einchecken wollen. Rund eineinhalb Stunden Fahrtzeit in den man einiges an Wildtieren entdecken kann. Heute scheint unser Glückstag zu sein und so brauchen wir mehrere Stunden, bis wir in Namutoni auf dem Campingplatz ankommen. Ein Highlight jagt hier das nächste und so kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Kurz vor dem Namutoni Camp staunen wir nicht schlecht

„Halt“ rufe ich Tobi zu, der am Lenkrad sitzt. Etwas entfernt auf der linken Seite sitzen zwei Adler in einem großen Baum. Dicht genug, dass man sie auch ohne Fernglas gut sehen kann. Wir halten an, machen einige Fotos und beobachten die Vögel bestimmt 15 Minuten lang. Als Tobi wieder Gas geben will, richte ich meinen Blick nach rechts. Ja, kann denn das sein?! Unter einem kargen Baum steht 10 Meter von uns entfernt eine Löwin, die wir erst jetzt entdecken. Sie atmet schwer und ihre Flanken heben sich stark. Speichel läuft ihr aus dem Maul und wir fragen uns, ob sie gerade einen Jagdversuch hinter sich hat. Diese Sichtung ist schon jetzt ganz besonders für uns.

Löwin im Etosha NationalparkLöwin kurz vor dem Namutoni Camp

Es wird noch besser, als wir entdecken, dass ein paar Meter hinter uns – ebenfalls auf der rechten Seite – ein männliches Tier sitzt. Da wo ein Löwenpaar ist, ist bestimmt auch ein Rudel, denken wir uns und so suchen unsere Augen die Gegend nach weiteren Mitgliedern ab. Wir staunen nicht schlecht, als wir drei weitere Löwinnen entdecken. Sie liegen direkt neben unserer Fahrertür! Dort wo die Sandpiste aufhört und das schattige Gebüsch beginnt. Unglaublich!

Wir müssen erst einmal realisieren, dass wir eine Viertelstunde Adler beobachten und nichts davon mitbekommen, dass sich direkt neben uns ein Löwenrudel aufhält. Da fragt man sich doch: An wie vielen Tieren fährt man nichtsahnend vorbei, obwohl sie direkt am Pistenrand liegen?

Ganz dicht am Rand der PisteDrei weitere Löwinnen

Mächtig erhebt sich das männliche Tier und bewegt sich von seinem Rudel davon. Nicht ohne ständig stehen zu bleiben, sich umzudrehen und den verbleibenden Löwinnen zuzurufen. „Roaar“ ertönt es mehrmals ehrfürchtig zu uns herüber. Der Löwe verschwindet langsam am flimmernden Horizont.

Löwe im Etosha NationalparkIn der Ferne verschwindet er

Mangusten sorgen für Chaos

Als wir Namutoni erreichen, melden wir uns an der Rezeption an und erledigen das Check-In-Prozedere. Wie auf allen anderen Campingplätzen auch, tragen wir unsere Personalien, Auto-Kennzeichen und Nationalität in einem großen Buch ein. Wir finden es immer ganz interessant zu sehen, woher die vorherigen Gäste kommen. Meist sind darunter viele Südafrikaner und Deutsche. Nach ein paar Minuten sind wir fertig und fahren über das doch recht große, eingezäunte Gelände zum Camp.

Die Rezeption im Namutoni CampDas Gelände von Namutoni ist recht groß

Das Namutoni Camp gefällt uns von den insgesamt drei Campingplätzen, die wir im Etosha Nationalpark besuchen, am besten. Zwischen den Stellplätzen sind Grasflächen und es gibt reichlich Bäume, die für Schatten sorgen. Hier lässt es sich während der Mittagshitze gut aushalten.

Langweilig wird es nicht, denn das Camp ist von einer Mangusten-Familie in Beschlag genommen worden. Die Tiere rennen ständig hin und her und quieken dabei. Sie jagen Eidechsen hinterher, die wiederum auf einen Baum flüchten oder die Mangusten tollen einfach nur herum. Ziemlich ängstlich sind sie nicht und so liegen sie auch in unserer Nähe. Mit allen Vieren von sich gestreckt liegen sie auf dem Sandboden, um sich abzukühlen.

Putzige MangusteMangusten beim TobenSiesta!

Als wir am frühen Abend von einem Game Drive zurück kommen und zu unserem Platz fahren, sehen wir schon vor dem Aussteigen, dass unsere Wäsche nicht mehr so da hängt, wie wir sie verlassen haben. Shirts sind mehrfach über die Leine gewickelt und unsere Unterwäsche liegt auf einem Stuhl, der wiederum auf unserem Tisch steht. Alles ist sandig. Was ist denn hier passiert? Wir sind verwundert, bis uns unsere Nachbarn aufklären und mitteilen, dass sie unsere Wäsche vor den Mangusten gerettet haben. Wir müssen so lachen, als wir uns vorstellen, dass sie erst unsere Wäsche von der Leine pflücken und dann damit tobend über den Platz rasen. Was für eine Rasselbande.

Es geht quer über die Campsite

Das Namutoni Camp hält den Atem an

Als wir abends ein Lagerfeuer zum Grillen machen, versammeln sich auf einmal ein paar Camper um einen nicht weit entfernten Baum und schauen gebannt hoch. Was ist da los? Immer mehr Camper kommen dazu. Wir sind neugierig und schauen, was es dort zu bestaunen gibt. Wir sehen dann, wie sich eine graue Schlange durch die Äste schlängelt. Genau unter dem Baum haben sich zwei Camper mit ihrem Zelt niedergelassen und schauen gar nicht glücklich aus.

Eine Schlange versteckt sich im BaumGut getarnt - die Baumschlange

Irgendwann bekommt ein Angestellter von der Schlange mit und so wird vom Personal des Namutoni Camps versucht, die Schlange aus dem Baum zu holen. Mit einer langen Stange als Hilfsmittel, Leiter und in seinen offenen Schlappen versucht der Mann, die Schlange hinunter zu befördern. Mittlerweile merkt man der Schlange an, dass sie damit so gar nicht einverstanden ist und zu entkommen versucht. Der Mann, der zuerst noch etwas unbeholfen wirkt, entpuppt sich nun als jemand, der das nicht zum ersten Mal tut.

Ein Angestellter vom Namutoni Camp

Irgendwann bekommt er sie mit seiner Stange zu fassen und befördert sie mit einem Ruck vom Baum auf den Boden. Dann geht es blitzschnell: Er fixiert die Schlange mit der Stange und hält sie dann am hintersten Teil fest. Irgendwie gehen wir davon aus, dass er die Schlange außerhalb des Namutoni Camps frei lässt. Da haben wir jedoch falsch gedacht! Plötzlich lässt er sie los und scheucht sie Stück für Stück vor sich her. Das Gebüsch, nicht weit von unserem Camper entfernt, erscheint dem Angestellten scheinbar als guter Ort und so entlässt er die Schlange dorthin. Mit einem kurzen „ok, that’s it“ beendet er dann die Aktion. Wie schön, dann sind wir heute Nacht in guter Nachbarschaft mit einer sehr giftigen Baumschlange.

Ein Angestellter holt die Schlange aus dem BaumDer Angestellte bekommt die Schlange zu fassen

Aber im Ernst, es war wirklich interessant zu beobachten, dass die Schlange keinerlei Interesse an uns Menschen hat. Auch wenn sie sehr giftig ist, ist der Schlange viel daran gelegen, uns aus dem Weg zu gehen. Das war übrigens auch der Grund, weshalb sie in den Baum geflüchtet ist. Ein Gast hatte sie auf dem Boden entdeckt und daraufhin hat sich die Schlange in den Baum zurück gezogen.

Info

Campingplatz: Namutoni

Kosten: 170 NAD pro Person / je Nacht und zusätzlich 280 NAD für den Stellplatz / je Nacht (max. 8 Personen)

Eine Übersicht über die beiden anderen Camps mit Tipps zur Reservierung und einige Infos über den Etosha Nationalpark, findest Du in diesem Artikel: Etosha Nationalpark Camping.

Hier liegt das Namutoni Camp im Etosha Nationalpark:

 

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