Wir kennen es alle: Der nächste Urlaub stand an und wir holten uns den größten Koffer, mit dem wir das maximale Gewicht ausnutzen konnten. Vielleicht bist Du darüber bereits hinweg und hast die Flexibilität von Rucksäcken auf Reisen bereits kennengelernt. Wenn Du nun den Rucksack packen willst, helfen dir möglicherweise einige unserer Erfahrungen aus den bisherigen Reisen. Wenn Du das erste Mal mit einem Rucksack reisen möchtest, dann sind diese fünf Tipps möglicherweise umso hilfreicher.

Auswahl des richtigen Rucksacks

Egal, ob Du bereits einen Rucksack besitzt oder planst, dir für die nächste Reise einen zu kaufen, es gibt einige Erfahrungen, die wir gerne mit dir teilen möchten.

Zunächst einmal haben wir am Flughafen schon mehrfach Menschen mit Kofferrucksack gesehen. Diese Art des Gepäcks soll die Flexibilität eines Rucksacks mit dem Komfort eines Koffers verbinden. Im Grunde ist es aber so: Insbesondere auf Individualreisen macht ein solches Packstück wenig Sinn. Die Rollen und die Stange zur Stabilisierung nehmen unnötig viel Platz weg. Die Möglichkeit des Rollens hast Du dann an den Destinationen nur selten und das Gewicht erhöht sich mit den Rollen nur unnötig. Kauf dir stattdessen lieber einen gut sitzenden Rucksack.

Wenn es um die Größe des Rucksacks geht, haben wir mit 65 Litern nur gute Erfahrungen gemacht. Wenn Du dich besonders stark einschränken kannst, reichen dir möglicherweise auch 40 bis 50 Liter aus. Wir haben häufig Schlafsack und Co mit dabei, weshalb die 65 Liter beim Rucksack packen notwendig waren. In Summe wiegt der Rucksack dann aber schnell 20 Kg, wenn Du ihn vollgepackt hast. Mehr Liter geben dir also mehr Platz, aber dein Rücken wird es dir danken, wenn Du lieber sparsam packst und bei maximal 65 Litern bleibst. Wir haben uns für den Fjällräven Kajka 65 entschieden – den gibt es für Männer und Frauen.

Wenn Du dir nun Gedanken machst, was mit den ganzen Bändern, Laschen und Co während des Transports per Flugzeug passiert, dann können wir dir eine gute Lösung nur wärmstens empfehlen: Wir haben uns von Tatonka für rund 8 Euro eine ziemlich strapazierfähige Schutzhülle für den Flug gekauft. Du steckst also vor der Fahrt zum Flughafen den gesamten Rucksack in diese Hülle und verschließt die Schutzhülle gut. Er wird dann unbeschadet und sauber an deinem Reiseziel ankommen – sofern die Fluggesellschaft den Rucksack auch an das richtige Ziel bringt ;-). Einen kleinen Tipp haben wir noch für dich: Verschließt Du die Hülle mit einem Band, nimm auf jeden Fall ein Ersatzband mit, falls das Erste abhanden kommt. Sollte dein Rucksack zum Beispiel vom Zoll geöffnet werden, wird dieser im Anschluss häufig mit einem Kabelbinder wieder verschlossen. Den Kabelbinder musst du dann zwangsläufig aufschneiden.

Kleidung für eine Woche reicht aus

Jeder kennt es: Man verreist zwei, drei oder vier Wochen und berechnet Socken, Unterwäsche, T-Shirts und Co anhand der Reisetage. Das mag alles bei ein bis zwei Wochen auch gut funktionieren, aber ab drei Wochen bekommt man ein Platzproblem beim Rucksack packen. Und mal ehrlich: Wie oft hast Du schon Kleidung wieder mit aus dem Urlaub zurückgebracht und nicht einmal angehabt? Jeder zieht auch erst einmal seine Lieblingskleidung an und am Ende des Urlaubs sinkt die Freude über die noch übrige Kleidung häufig rapide ab. Zwei Gründe, warum manchmal doch weniger mehr ist.

Wir machen es schon seit einigen Urlauben so, dass wir für maximal eine Woche Kleidung mitnehmen. Vielleicht probierst Du es beim ersten Mal mit Kleidung für zwei Wochen aus, wenn Du z. B. drei Wochen verreist. Wir haben immer Rei Waschmittel aus der Tube mit dabei. Damit bleiben wir flexibel und können an jedem Waschbecken unsere Kleidung einmal komplett durchwaschen. Je nachdem, wohin Du reist, gibt es auch häufig Waschsalons in den Städten oder auf den Campingplätzen. Halte danach mal Ausschau oder informiere dich beim ersten Mal vielleicht vorher über Plätze, wo Du deine Kleidung nach einer Woche waschen kannst.

Wenn Du dir ein Reiseziel ausgesucht hast, das nicht unbedingt komplett abgeschnitten von der Zivilisation ist, dann sei beruhigt. Wenn Du dich echt zusammengerissen hast und weniger eingepackt hast, dann kannst Du auch immer noch Vorort Kleidung nachkaufen. Du reist in ein Land, wo gerade Sommer ist? Dann lass deine warme Jacke doch einfach zuhause und kaufe dir im Zweifel eine in dem Land, wenn es wirklich notwendig wird – das ist dann auch gleich ein schönes Andenken an den Urlaub. Wenn Du keine Einkaufsmöglichkeit in deinem Reiseland hast, dann packe doch mal die Kleidung so ein, dass Du die Teile nach dem Zwiebelprinzip übereinander tragen kannst.

Sei wählerisch bei der Kleidung

Wenn Du Platz und damit Gewicht sparen willst, dann hast Du mit dem vorigen Tipp „Kleidung für eine Woche reicht aus“ ja schon mal den ersten großen Schritt gemacht. Du kannst aber noch weiter optimieren und Dinge, die viel Platz in Anspruch nehmen, aus dem Gepäck nehmen und ersetzen.

Hast Du schon einmal von Mikrofaser-Handtüchern gehört? Sie sind leicht, platzsparend und trocknen verdammt schnell. Diese Tücher gibt es mittlerweile auch schon in allen Farben, Formen und Größen. Die Preise variieren sehr. Bei Mikrofaser-Handtüchern gilt leider häufig: wer mehr zahlt, hat auch mehr davon. Aber mache dir doch selbst mal einen Eindruck.

Du kannst dich auch mal bei T-Shirts, Bademode und Co. umschauen. Es gibt immer häufiger Materialien, die eigentlich für den Sport gemacht wurden und dabei helfen sollen, dass die Kleidung schneller trocknet.

Noch ein Tipp für mehr Platz beim Rucksack packen: So schön manche Einzelstücke sicherlich sind, sie haben im Rucksack nichts zu suchen. Insbesondere dann nicht, wenn Du Platz sparen möchtest. Suche dir Kleidung aus, die untereinander gut kombinierbar ist. Wähle Hosen und Oberteile in Farben die zusammen passen. Zuhause kannst Du dann immer noch deine besonderen Lieblingsstücke tragen.

Nutze den Platz beim Rucksack packen maximal aus

Legst Du deine Kleidung auch immer sorgfältig zusammen und stellst dann irgendwann im Urlaub fest, dass alles nur noch verknüllt oder vollkommen plattgedrückt ist? Außerdem kann man gar nicht so gut packen, dass der Platz wirklich optimal ausgenutzt ist. Wir sagen dir: wir haben sehr lange gebraucht, um diesen Tipp zu bekommen, sind aber heute sehr dankbar dafür: Roll it!

Wer seine Kleidung einfach einrollt, der kann den Platz maximal ausnutzen. Ein netter Nebeneffekt ist dann, dass die Kleidung nicht mehr knickt und unschöne Druckstellen damit vermieden werden können. Du kannst eigentlich so ziemlich alles rollen, egal ob Unterwäsche, T-Shirt oder die Jeans. Am Ende sind die einzelnen Packstücke damit sehr kompakt verstaut und fallen nicht gleich auseinander, wenn Du sie aus dem Rucksack nimmst. Besonders praktisch ist diese Rolltechnik, wenn Du sie mit dem nächsten Tipp kombinierst.

Beim Rucksack packen ist Ordnung das A&O

Dass ich das mal sage, erzeugt bei manchen Menschen in meinem näheren Umfeld wahrscheinlich schon Verwunderung. Ordnung ist nicht unbedingt etwas, was den Leuten einfällt, wenn sie mich beschreiben. Aber im Rucksack bekomme ich die absolute Krise, wenn alles durcheinander ist. Das gewünschte Teil ist dann wie immer gaaaaaanz unten im Rucksack. Man muss sich immer wieder durch alles durchwühlen, bis irgendwann nur noch totales Chaos im Rucksack herrscht. Beim Rucksack packen gibt es daher den ultimativen Tipp: Nutze Packelemente!

Wer eine Kulturtasche dabei hat, kennt das Prinzip bereits. Man möchte, dass alle Kosmetik- und Hygieneteile zusammen sind und in einem Teil mit zur nächsten Waschmöglichkeit genommen werden können. Aber warum machen wir das immer nur bei der Kulturtasche?!

Du kannst beispielsweise einfache Zipper-Beutel nehmen, um Kleinkram, wie Kabel und ähnliches, zusammenzuhalten. Nimm am besten gleich noch ein paar zusätzliche Beutel mit. Du wirst dich wundern, wie oft diese kleinen Beutel wahnsinnig praktisch sind, um beispielsweise angebrochene Tüten wieder zu verschließen.

Hast Du auch so viele Plastiktüten zuhause? Gut so. Schmeiße sie nicht weg, sondern benutze sie, um größere Teile im Rucksack zusammenzuhalten oder auch Schuhe davor zu bewahren, dass sie den Dreck an deine saubere Wäsche abgeben. Von solchen Plastiktüten solltest Du am besten noch ein paar einpacken. Du wirst dich freuen, wenn Du mal ein nasses Handtuch hast und weiter musst.

Die ultimative Empfehlung sind aber Packelemente (sogenannte Packing Cubes) oder Baumwollsäcke. Während wir Packelemente in ihrer Form zu starr finden, haben es uns die Baumwollsäcke sehr angetan. Sie sind deutlich flexibler und können in jeden Rucksack gequetscht werden. Wir haben uns für die Packbeutel von Hopeville entschieden. Unser Set hat zwei große, einen mittleren und einen kleinen Packbeutel. Die beiden großen Beutel haben wir für T-Shirts, Pullover, Hosen und Co genutzt, den mittleren für Unterwäsche und den kleinen für Krimskrams, den wir zusammenhalten wollten. Später im Urlaub wird dann der eine große Packbeutel zu einem Dreckwäsche-Beutel. Wir sagen dir, es ist einfach schön, wenn man mit ein bis zwei Griffen an dem Beutel ist, den man gerade braucht. Achte darauf, dass die Beutel farblich unterschiedlich sind. Dann kannst Du dir schnell die Farben merken und bist immer direkt mit einem Griff am richtigen Beutel.

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