Wer das berühmte Sossusvlei, Deadvlei oder auch die Düne 45 in der Namib Wüste entdecken möchte, braucht in der Nähe eine Übernachtungsmöglichkeit. In der Wüste wird es schnell heiß und der Park öffnet erst zum Sonnenaufgang. Wer weit weg die Nacht verbringt, hat nur wenig Zeit, bis es in der Namib unerträglich heiß wird. Die staatlich betriebene Sesriem Campsite bietet einen Schlafplatz im Park an. Der große Vorteil: Man darf und kann sich bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang auf den Weg Richtung Sossusvlei und Deadvlei machen.

Die kleine Ortschaft Sesriem

Die Sesriem Campsite befindet sich, wie der Name schon sagt, direkt in Sesriem, einer kleinen Ortschaft am Namib-Naukluft National Park. Der Park liegt mitten in der Namib Wüste, einer Trockenwüste an der Westküste Afrikas. Durch ihre unübliche Nähe zum Atlantik ist sie eine der seltenen Küstenwüsten der Erde und wurde deshalb 2013 als „Namib Sand Sea“ Teil des UNESCO-Welterbes.

Sesriem selbst ist vor allem für das „Sesriem Gate“ bekannt, dem offiziellen Tor zum fast 50.000 km2 großen Namib-Naukluft National Park. Neben dem „Sesriem Gate“, das erst zum Sonnenaufgang öffnet, befindet sich dahinter noch ein weiteres Gate zum National Park, das bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang Autofahrer passieren lässt. Wer also in Sesriem übernachtet, spart sich das erste Gate und kann eine Stunde vor Sonnenaufgang zum Sossusvlei, Deadvlei oder der Düne 45 starten. In der Ortschaft selbst findet man vor allem Campingplätze, eine Tankstelle sowie einen kleinen Kiosk.

Wir haben uns für die Sesriem Campsite entschieden, weil wir auf jeden Fall direkt in Sesriem (also hinter dem ersten Tor) übernachten wollen. Die Aussicht, bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang in den Park fahren zu können, ist schon verlockend. Denn, wer möchte nicht mal einen Sonnenaufgang in einer Wüste erleben?

Wir haben den Platz vorher reserviert, weil wir nicht sicher waren, wie hoch der Ansturm für diesen Campingplatz sind wird. Wir haben aber Glück, es sind zwar einige Leute da, aber der Platz ist riesig und so ist es trotzdem nicht überfüllt. In der Hauptreisezeit soll es richtig voll werden, da ist das Reservieren wohl eher notwendig. Zu unserer Reisezeit können wir beobachten, dass die Leute häufig auch nur eine Nacht bleiben. Wenn man nicht viel mehr vor hat, als einmal das Sossusvlei zu sehen, reicht wohl meistens auch eine Nacht aus.

Sesriem Campsite NWR

Der Platz selbst liegt mitten in der Wüste. Soweit das Auge reicht, entdecken wir nur Sand, Sand und Sand. Ab und an weht es ziemlich, sodass der feine Sand nur so über den Platz fegt. Während wir einen Tag zuvor noch auf dem Family Hideout übernachtet und nachts etwas gefroren haben, schwitzen wir nun ganz ordentlich. Die Sonne knallt ununterbrochen auf den Sand, der sich entsprechend früh schon ziemlich aufheizt. Barfuß laufen können nun nur noch diejenigen, die schnell laufen können. Glücklicherweise hat beinahe jeder Stellplatz einen Baum, der einen angenehmen Schatten spendet. Ohne die Kameldornbäume wäre es kaum auszuhalten. Die Sonne knallt wirklich unbarmherzig von oben.

Jeder Platz ist für sich mit einem Kreis aus Steinen „eingezäunt“ und hat separate Mülleimer (sogar mit Mülltrennung!). Natürlich gehört auch, wie sollte es in Namibia auch anders sein, ein ordentlicher Grillplatz mit dazu. Der Abstand zwischen den einzelnen Plätzen ist wirklich sehr angenehm. Auch wenn wir eigentlich mehr in der Natur für uns übernachten würden, ist die Privatsphäre beim Platz schon vollkommen in Ordnung.

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Die Sanitäranlagen sind für afrikanische Verhältnisse recht ordentlich. Auch wenn einige Fliesen kaputt sind und der Wasserdruck nicht so hoch ist, ist es insgesamt sauber und die Duschen haben sogar warmes Wasser – wobei wir das bei der Hitze nicht brauchen. Sofern alle Camper daran denken, abends bei der Dämmerung die Fenster zu schließen, hat man auch kaum Insekten im Waschhaus 🙂

Am Check-In des Platzes gibt es ein Restaurant und einen kleinen Kiosk. Der Kiosk hält grundlegende Lebensmittel, wie Dosen, Nudeln, etc. bereit – auch kühle Getränke und Eis. Das Eis war ein echter Segen bei der Hitze 😉

Sesriem Campsite EingangSesriem Campsite Eingang

Während wir also auf dem Platz vor uns hin schwitzen, sehen wir immer wieder Oryxantilopen direkt an unserer Campsite. Auf nicht gemieteten Plätzen machen es sich die Tiere im Schatten der Kameldornbäume schon mal gemütlich, während die Vögel sich über ihnen lauthals beschweren. Während Oryxantilopen und Vögel sich also rangeln, machen wir uns erstmal was zu essen. Es gibt Nudeln, damit wir später gestärkt zu den Dünen fahren können, wenn es die Temperaturen wieder zulassen. Wir haben es uns angewöhnt, früh zu essen, wenn wir noch im schönen Licht fotografieren wollen. Mit knurrendem Magen ist das wirklich unentspannt 🙂

Kochen auf der Sesriem CampsiteOryx auf der Sesriem Campsite

Preise auf dem Sesriem Campsite

Die Preise für die Sesriem Campsite kannst Du auf der Webseite von NWR erfahren. Während wir diesen Artikel schreiben, liegt die Übernachtung von Januar bis Oktober bei 220 NAD (ca. 15 €) je Person und Nacht. Von November bis Dezember erhöhen sich die Preise auf 240 NAD (ca. 16 €) je Person und Nacht. Kinder zwischen 6 uns 12 Jahren zahlen die Hälfte. Kinder bis 5 Jahre dürfen kostenlos mit übernachten.

Wenn auch Du die Sesriem Campsite vorher reservieren möchtest, dann kannst Du das über das Online-Buchungsformular erledigen.

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