Nach dem Frühstück machen wir uns bereit, um die Gegend an der Quelle am Waterberg Plateau zu erkunden. Im Naturreservat, dem Waterberg Wilderness, gibt es mehrere Wanderwege, die man auf eigene Faust erkunden kann. Die Wanderwege sind zwischen 1 bis 5,3 Kilometer lang. Es sind also keine wirklich langen und schwierigen Wanderungen. Da die Temperaturen im Laufe des Tages aber locker über die 30 Grad Marke klettern, wollen wir trotzdem lieber früh los.

Waterberg PlateauNamibias Tafelberg

Die Nacht steckt uns noch etwas in den Gliedern, denn es hat die ganze Nacht geblitzt und gedonnert. In Deutschland haben wir noch nie so heftige Gewitter wie in Namibia erlebt. Wenn es hier blitzt und donnert, dann gewaltig. Wir liegen in unserem Dachzelt und jedes Mal wenn es blitzt, ist es für ein paar Sekunden taghell. Danach folgt immer wieder ein gewaltiger Knall. Ich versuche den Abstand zwischen Blitz und Knall zu zählen, aber es gelingt nicht, da es zu schnell hintereinander donnert. Und damit nicht genug. Es fängt auch noch an, ins Zelt zu regnen. An zwei verschiedenen Stellen tropft es nun auf unsere Kopfkissen. Wir rutschen mit unseren Kissen weiter zusammen, damit wir die Tropfen nicht abbekommen. Wir sind erleichtert, als es endlich ruhiger wird und wir noch mal einschlafen, bevor der Wecker klingelt. Mit dem Morgen ist auch der Regen abgezogen und an die Nacht erinnern nur noch ein paar Pfützen im Sand.

Wir sind nicht alleine

Gut, dass sich das Wetter wieder beruhigt hat. Unserer kleinen Wanderung zur Quelle sollte also nun nichts mehr im Wege stehen. Wir gehen zur kleinen überdachten Rezeption und sagen Bescheid, dass wir uns auf den Weg zur Quelle machen. Die Abmeldung an der Rezeption ist hier am Waterberg Plateau Pflicht.

Wir verlassen die Campsite über die Auffahrt in Richtung Wilderness Lodge und spazieren die noch teilweise etwas matschigen Sandwege entlang. Wir haben einen Rucksack mit Getränken dabei und natürlich auch ein paar Snacks. Es ist wirklich schön hier und wir sind gespannt, was wir auf unserer Wanderung alles sehen werden.

Nach einiger Zeit bleiben wir verdutzt stehen und blicken in den Sand. Was sind das? Verdammt riesige Fußspuren! Unser erster Gedanke: Elefanten! Doch schnell fällt uns ein, Elefanten gibt es hier gar nicht. Was für riesige Tiere gibt es hier am Waterberg Plateau denn sonst? Wir überlegen… Nashörner! Ja, das müssen Nashörner sein, denn die gibt es am Waterberg. Die Spuren zeichnen sich aufgrund des aufgeweichten Bodens sehr gut ab – was die Situation noch dramatischer macht. Schließlich können die Spuren noch nicht alt sein…

Der Abdruck eines NashornsTatzenabdruck

Mir ist die Situation plötzlich ganz und gar nicht mehr geheuer. Können wir hier wirklich ganz alleine weiterlaufen? Meine Bedenken werden auch nicht besser, als neben den Nashornspuren auch noch Tatzenspuren auftauchen. Ebenfalls frisch. Wir witzeln: warum sollten wir uns noch mal an der Rezeption abmelden?

Es kann doch nicht sein, dass die uns alleine rumlaufen lassen, wenn es hier Nashörner und Großkatzen gibt?! Wir entscheiden, dass die Tiere wahrscheinlich schon längst über alle Berge sind… hoffen wir zumindest 🙂

Wanderwege zur Quelle am Waterberg Plateau

Nach einiger Zeit kommen wir an der Wilderness Lodge an. Sie ist ein paar Kilometer von unserem Camp entfernt. Hier beginnt der Wanderweg, der uns zur Wasserquelle führen soll.

Da der Waterberg Wilderness – dem Campingplatz, auf dem wir sind – 100% ökologisch ist, speist sich alles aus einer Wasserquelle. Ob Dusche, Trinkwasser oder Bademöglichkeit, alles kommt aus der natürlichen Quelle, zu der wir jetzt wandern.

Wir sind wirklich überrascht, wie grün die Vegetation hier ist. Ein schmaler Weg schlängelt sich durch das kniehohe Gras. Überall stehen große Bäume und spenden somit Schatten. Sogar Feigenbäume gibt es hier. Einige unreife Früchte liegen bereits auf dem Boden.

Wanderweg am Waterberg PlateauFrisches Gras am Waterberg Plateau

Wir erreichen die Quelle, die in einem Wald unterhalb der Felsen am Waterberg Plateau liegt. Die kleine Quelle sprudelt vor sich hin und wir haben stark das Gefühl, in einer Oase zu sein. Auf den ersten Blick ist es etwas enttäuschend, dass die Quelle in einer Tonne liegt und durch ein Rohr sprudelt. Das ist jedoch notwendig, damit die Paviane nicht die Quelle verunreinigen und das Trinkwasser somit seine gute Qualität behält. Außer dem Sprudeln des Wasser ist es absolut still. Gar nicht weit weg von uns stehen zwei DikDiks im Unterholz und fressen frisches Grün. Die beiden scheinen gar nicht wahrzunehmen, dass wir da sind. So seelenruhig grasen sie dort.

Die Quelle am Waterberg PlateauFür Vogelnerds: Vermutlich ein Riesenglanzstar

Kurzer Zwischenstopp an der Wilderness Lodge

Wir reißen uns los und gehen den Rundwanderweg weiter. Der zweite Teil des Wanderweges führt am Rande des Waterberg Plateaus entlang. Hier geht es ein Stück am Fels bergauf. Dieser Teil der Strecke ist schon ein wenig anstrengender. Auf den Felsen entdecken wir immer wieder kleine Eidechsen, die sich in der Sonne wärmen.

Wir sehen auch immer wieder große schwarze Käfer, die eine Mistkugel mit den Hinterbeinen rückwärts laufend vor sich her rollen. Die sogenannten Pillendreher bauen und rollen diese Mistkugeln nicht einfach aus Spaß. Sie drehen diese, damit das weibliche Tier die Eier in die Mistkugel legen kann. Und damit nicht genug, denn reicht die Mistkugel nicht den Ansprüchen des Weibchens, so muss der arme Kerl eine neue Kugel drehen 🙂

Wanderweg am Waterberg PlateauDie Aussicht auf das Waterberg PlateauPillendreher am Waterberg PlateauAuf dem Weg zurück zur Campsite

Schließlich erreichen wir wieder die Wilderness Lodge. Wir setzen uns auf die große schattige Terrasse und bestellen uns eine Cola. Mittlerweile ist es richtig heiß und da tut das eiskalte Getränk echt gut! Wir beobachten noch die Paviane, die hier frei herum laufen, ehe wir wieder zu unserer Campsite zurück gehen.

Paviane an der Wilderness LodgePaviane am Waterberg Plateau

Nach einiger Zeit kommen wir wieder am Platz an. Etwas erschöpft, dafür aber ohne von einer Wildkatze gefressen worden zu sein 🙂

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