Caprivi-Streifen – Infos, Tipps & Erfahrungen

Caprivi-Streifen 01

Der Caprivi-Streifen ist eine sehr wildreiche Region im nordöstlichen Namibia. Die Region zieht sich wie ein Zipfel 400 Kilometer in den Osten. Da es in diesem Gebiet keine Zäune gibt, können sich alle Wildtiere frei bewegen und auch aus den benachbarten Ländern wie Botswana und Angola ein- und auswandern. Das macht den Caprivi-Streifen zu einer besonderen Region, die wir auf unserer Reise entdeckt haben. In diesem Artikel wollen wir dir den Caprivi-Streifen etwas genauer vorstellen.

Was macht den Caprivi so besonders?

Auf unserer letzten Afrika-Reise haben wir neben Botswana auch den Caprivi-Streifen in Namibia bereist. Im Gegensatz zum sonst so trockenen Namibia, gibt es in dieser Region Flüsse, die ganzjährig Wasser führen und viele Überschwemmungsebenen. Die Landschaft im nordöstlichen Zipfel ist daher eine ganz andere als im restlichen Namibia. Durch das verfügbare Wasser werden viele Tiere angelockt, weshalb die Elefanten-Sichtungen in diesem Teil Namibias besonders gut sind.

Für uns sind die wunderschöne Landschaft und die zahlreichen Elefanten-Begegnungen ganz besonders gewesen. Mit uns sind nicht viele andere Touristen unterwegs gewesen, weshalb uns der Caprivi mit seiner Wildheit sehr gut gefallen hat. Wir fragen uns nur, weshalb wir diesen Teil nicht schon auf unserer ersten Namibia Rundreise besucht haben.

Caprivi-Streifen 12
Abends kommen viele Elefanten an den Horseshoe

Wie kommst Du in den Caprivi-Streifen?

Der Caprivi-Streifen ist sehr gut über die ausgebaute Teerstraße B8, den Trans-Caprivi-Highway, zu erreichen. Über Rundu im Norden Namibias, gelangt man in den Caprivi-Streifen. Die B8 führt einmal durch den Caprivi und führt über Katima Mulilo bis zur Ngoma Bridge, dem Grenzübergang nach Botswana. Der Caprivi eignet sich hervorragend für eine Kombination mit Botswana. Wenn Du Inspiration für eine Rundreise brauchst, schau dir doch mal unsere Botswana Route an.

Die Teerstraße B8 ist ganzjährig, auch während der Regenzeit, befahrbar. Um die Straße zu befahren ist also kein Allrad-Fahrzeug notwendig. Wenn Du allerdings einen der Parks besuchen möchtest, ist ein Gelände-Fahrzeug unbedingt erforderlich, da die Pisten schwieriger werden und es viele Tiefsand-Passagen gibt.

Wenn Du die B8 nur als Transitstraße befährst, musst Du keinen Parkeintritt bezahlen. Der Streckenabschnitt zwischen Divundu und Kongola ist sehr monoton. Viel zu sehen gibt es nicht, obwohl jederzeit Elefanten die Straße queren können – worauf auch die Schilder am Straßenrand immer wieder hinweisen.

Wildnisgebiete im Caprivi

Der Bwabwata Nationalpark liegt zwischen den Orten Divundu und Kongola und ist in drei Gebiete unterteilt. In jedem der drei Gebiete kann man Self-Drive Safaris unternehmen. Ganz im Westen liegt die Mahango Core Area, daneben die Buffalo Core Area und weiter im Osten die Kwando Core Area. Über die B8 sind alle Parkabschnitte miteinander verbunden. Am jeweiligen Parkeingang müssen die Eintrittsgelder bezahlt werden.

Südlich von Kongola liegen der Mudumu Nationalpark und der Mamili (Nasa Lupala) Nationalpark. Beide Parks sind nur mit Geländewagen befahrbar.

Safaris im Caprivi-Streifen

Da die Region so wasserreich ist, können im Caprivi sehr gut Wildtiere beobachtet werden. Darunter sind unter anderem Elefanten, Büffel, Nilpferde, Krokodile, Zebras, Kudus und seltene Antilopen-Arten, wie Rappen-Antilopen, Pferde-Antilope oder Sitatunga. Das Gebiet ist auch hervorragend, um Vögel zu beobachten.

Safaris in der Kwando Core Area

Die Kwando Core Area gehört zum Bwabwata Nationalpark. Vor unserer Reise haben wir gelesen, dass das Gebiet von so vielen Elefanten besucht wird, dass man abends nach einem Game Drive auf jeden Fall genug Zeit für die Rückfahrt einplanen soll. Nach der Reise können wir das bestätigen. Im Caprivi-Streifen haben wir so viele Elefanten auf einem Fleck gesehen, wie nirgends sonst.

Wir sind abends regelmäßig zur Lagoon und zum Horseshoe in der Kwando Core Area gefahren und haben dort Elefanten beobachten können. Besonders schön ist, dass es an diesen beiden Stellen einen „Hide“ gibt. Wie der Name verrät, ist das eine Aussichtsplattform, die etwas versteckt zwischen den Bäumen steht. Die Hides sind eine schöne Abwechslung, um mal nicht im Auto sitzen zu müssen. Von der erhöhten Ebene haben wir die Tiere beobachten können, wie sie abends ans Wasser ziehen, um ihren Durst zu löschen. Bis zu 60 Elefanten sind gleichzeitig am Wasser aufgetaucht. Dazwischen haben sich Tiere jeglichen Alters getummelt.

Immer wieder weht der Geruch der Elefanten zu uns herüber – wow!

Caprivi-Streifen 10

Boot-Safari auf dem Kwando River

Um der Vogelwelt näher zu kommen, sind wir früh morgens auf eine Bootstour auf dem Kwando gegangen. Wir haben die Tour mit einem Guide von der Nambwa Campsite gemacht. Gelohnt hat es sich allemal. Früh morgens, wenn sich die Morgenschleier auf dem Wasser langsam verziehen, hat man die besten Beobachtungsmöglichkeiten.

An einer Steilwand haben wir mehrere Eingänge zu den Nestern der farbenfrohen Bee-Eater gesehen. Mehr als 30 Vögel sind zu dem Zeitpunkt aus den Eingängen geflogen und haben sich auf den Ästen davor niedergelassen. Einfach toll so viele Bee-Eater auf einmal zu sehen.

Neben der fantastischen Vogelwelt, haben wir aber auch Nilpferde und Antilopen gesehen. Dazu wurde uns heißer Kaffee serviert. Perfekt!

Ein Pied-Kingfisher während unserer Boots-Tour

Wann ist die beste Reisezeit für den Caprivi-Streifen?

Der Sommer, also die Monate Dezember bis März, ist die Zeit, in der am meisten Regen fällt. Im Caprivi-Streifen kommt es regelmäßig zu heftigen Niederschlägen. Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit erhöhen sich in dieser Zeit stark, weshalb diese Monate nicht unbedingt perfekt für eine Selbstfahrer-Reise sind. Hinzu kommt, dass der Regen die Sandpisten aufweicht und die Wege in den Überschwemmungsgebieten nicht mehr passierbar sind.

Die Wildtiere verteilen sich während der Regenzeit weitläufig und sind mitunter nicht mehr so gut zu beobachten. Die perfekte Reisezeit sind daher die Monate April bis Oktober.

Caprivi-Streifen 11
Kudus sehen wir sehr oft in der Kwando Core Area

Wenn Du mehr über die Regenzeit in Namibia erfahren möchtest, schau dir doch mal unseren Artikel an. Wir sind im Jahr 2018 im Januar und Februar durch Namibia gereist.

Gibt es Malaria im Caprivi-Zipfel?

Da Stechmücken zur Brutablage Wasserstellen benötigen, finden sie in der wasserreichen Caprivi-Region viele Brutmöglichkeiten. Im Caprivi besteht daher ein ganzjähriges Malaria-Risiko. In unserem Artikel, ob in Namibia Malaria-Prophylaxe notwenig ist, schreiben wir über unsere Erfahrungen auf unserer ersten Reise während der Regenzeit.

Auf unserer Reise im Juni durch den Caprivi, haben wir ein Prophylaxe-Medikament eingenommen. Daneben haben wir uns abends mit NoBite eingesprüht, da nach Einbruch der Dunkelheit die Mücken aktiv gewesen sind.

Am besten informierst Du dich vor deiner Reise bei einem Arzt und lässt dir ein entsprechendes Prophylaxe-Medikament verschreiben. Die Kosten werden übrigens von einigen Krankenkassen übernommen.

Campen auf der Nambwa Campsite

Die Nambwa Campsite liegt in der Kwando Core Area im Bwabwata Nationalpark. Das Camp liegt richtig schön am Kwando Fluss und hat lediglich vier Campsites. Drei der Campsites liegen direkt am Fluss und haben einen eigenen Holzsteg. Auf der Campsite genießen wir die absolute Ruhe, die dort herrscht, lesen und beobachten die Vögel, wie Kingfisher und Bee-Eater. Abends machen sich die Hippos im Wasser bemerkbar und mehrmals ziehen Elefanten direkt durch das Camp.

Caprivi-Streifen 09
Von unserer Campsite können wir jeden Tag Bee-Eater beim Jagen nach Insekten beobachten

Wir verbringen vier Nächte in Nambwa. Die Game Drive Routen sind zwar auch an einem Tag abzufahren, wir wollen aber etwas langsamer reisen und einen intensiveren Eindruck bekommen. Kein Tag gleicht dem anderen und wir fühlen uns richtig entspannt.

Die Campsite liegt direkt neben der Nambwa Tented Lodge, von der wir während unseres Aufenthalts nichts mitbekommen. Als Besucher der Campsite, können wir an allen Aktivitäten, die über die Lodge angeboten werden, teilnehmen. So buchen wir die Boots-Tour am Morgen, bei der wir die einzigen Gäste sind. Die Lodge wie auch die Campsite werden von AfricanMonarch verwaltet.

Abends auf der Nambwa Campsite
Die Nambwa Campsite ist perfekt um die Ruhe zu genießen

Karten für die Caprivi-Region

Am Parkeingang der Kwando Core Area haben wir eine Karte des Bwabwata Nationalpark bekommen. Die Karte ist für die Navigation innerhalb des Nationalparks in Verbindung mit einer offline Karte von Google Maps oder MapsMe ausreichend.

Die Navigation in den Parks Mudumu und Mamili ist wohl schwieriger, so dass detaillierteres Kartenmaterial empfohlen wird.

Planst Du eine Reise in den Caprivi-Streifen oder warst bereits da? Berichte uns doch mal in den Kommentaren.

Schreibe einen Kommentar

Wie hat dir der Artikel gefallen? Warst Du auch schon einmal da? Oder haben wir vielleicht etwas vergessen? Schreibe es uns gerne in die Kommentare!

Deine Mail-Adresse wird natürlich nicht öffentlich angezeigt.

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise.

Scroll to Top