Das Abenteuer beginnt…

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Man haben wir lange darauf gewartet und heute geht es nun endlich los – das Abenteuer Botswana! Es ist der 23. Mai und das bedeutet: die letzten Sachen einpacken, bevor es losgeht zum Flughafen. Wir fangen gefühlt immer schon Ewigkeiten vor der Reise an zu packen. Wir denken immer, dass wir dann am Ende nicht so viel Zeit fürs Packen brauchen.

Aber wenn wir mal ehrlich sind, dann wandert der Großteil der Sachen sowieso am letzten Tag in die Tasche. Den einen Pulli, das eine T-Shirt… alles will man vorher noch anziehen und dann fängt das Beten an, dass es am letzten Tag noch alles trocken wird, bevor es eingepackt werden muss. Dieses Mal geht alles gut. Das liegt aber mit Sicherheit auch daran, dass wir nur ein Outfit aus der zivilisierten Welt dabei haben – und zwar für den Flug. Alles andere besteht aus Funktionskleidung, die schnell trocknet und in Schichten getragen werden kann. In Botswana wird es am Tag heiß und in der Nacht schon mal sehr kühl. Noch einmal kurz die Reisetasche wiegen: check. Das passt. Wir können also los!

Angekommen am Hamburger Flughafen

Mit der Lufthansa geht es um 14 Uhr erst einmal nach Frankfurt. Netterweise bringen uns meine Eltern zum Flughafen. Pünktlich klingelt es zur Abfahrt. Wir laden also alles in das Auto und schon kreisen uns so viele Gedanken im Kopf herum. Mich beschäftigt so ein Reisetag immer ziemlich – vor allem, nachdem wir bei der letzten Afrika-Reise fast den Anschlussflug verpasst hätten und unser Gepäck nicht mit kam. Am Flughafen angekommen, holen wir uns am Schalter die Tickets – old school. Da es von Frankfurt weiter nach Windhuk geht, fliegen wir ab Frankfurt mit Air Namibia. Und dieses Mal kennen wir das Spiel schon: “Ich kann Sie nur bis Frankfurt einchecken. Sie müssen sich dann dort am Schalter von Air Namibia melden.”… dieses Mal haben wir aber viel Zeit in Frankfurt.

Wir bringen erst einmal unsere Reisetaschen zum Sperrgepäck und dann geht es durch die Sicherheitskontrolle ab zum Wasserspender. Wir nehmen immer leere Flaschen mit ins Handgepäck. Die füllen wir dann am Flughafen mit Wasser auf, um auf dem Flug ausreichend zu trinken. Das ausreichende Wasser hält uns einfach deutlich munterer – auch, wenn wir häufig auf Toilette müssen. Wir trinken noch einen Flat White am Flughafen und dann geht es ab zum Gate. Der Flieger startet pünktlich und binnen kürzester Zeit sind wir um 15:10 Uhr in Frankfurt.

Zeit überbrücken in Frankfurt

Nun haben wir jede Menge Zeit. Der Weiterflug ist erst um 20:10 Uhr. Ich bin öfters in Frankfurt und liebe die Käsespätzle am Flughafen. Laura und ich schlagen uns also den Bauch voll und haben dabei eine tolle Aussicht auf das Rollfeld. So eine geile Portion Käsespätzle ist schon was feines und macht pappsatt. Denn, wenn es eins gibt, bei dem mir regelmäßig ganz anders wird, dann ist es das Flugzeugessen. Auf einem Rückflug aus New York wurde mir sogar so schlecht bei dem Gedanken, dass ich lieber nichts gegessen habe und mich stattdessen schlafen gelegt habe. Während mir die Gedanken im Kopf herum schwirren, vergeht die Zeit – Achtung Wortwitz – wie im Fluge.

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Käsespätzle mit Aussicht am Frankfurt Flughafen

Wir schnappen uns also unsere Rucksäcke und wechseln das Terminal. Aktuell ist der Zug zwischen den Terminals gesperrt, weshalb wir uns erst einmal zurechtfinden müssen. Es gibt scheinbar einen Ersatzbus, der jedoch außerhalb des Sicherheitsbereiches abfährt. Wir haben mittlerweile auch bei Air Namibia online eingecheckt und den Barcode auf dem Handy. Wir kommen mit dem Bus am Terminal an und gehen durch die Sicherheitskontrolle. Naja, zumindest ich. Laura steckt fest. Irgendwie funktioniert ihr Barcode ist. Ich gebe ihr mein Handy über die Absperrung, denn ich hatte glücklicherweise beide Tickets gespeichert – dafür kassiere ich böse Blicke des Sicherheitspersonals. Es klappt, ich muss also nicht alleine fliegen…

Wir haben noch etwas Zeit, trinken also noch einen Kaffee und dann geht es ab zum Gate. Und da kennen wir das Spiel schon, dass wir uns am Schalter melden müssen. Dort erhalten wir das korrekte Ticket, mit dem wir durch die Kontrolle gehen können. Wir haben es geschafft und sitzen im Flieger. Ziemlich lässig, denn wir haben uns eine Zweierreihe vorab gesichert. Mittlerweile ist es kurz nach 20 Uhr und wir sind schon jetzt tot müde. Warum auch immer. Abflug, einschlafen und da sind wir – welcome to Namibia!

Wir sind in Namibia!

Die Einreise geht problemlos, auch wenn ich etwas unfreundlich angeranzt wurde. Aber hey, wir haben ein riesiges Abenteuer vor uns und das startet genau jetzt! Wir werden durch die Wildnis Botswanas auf eigene Faust fahren. Einfach krass… Wir holen unsere Reisetaschen – dieses Mal sind auch beide angekommen – und warten dann im Flughafengebäude auf unseren Fahrer. Das dauert eine Weile, also gönnen wir uns noch einen Kaffee.

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Angekommen am Flughafen Windhuk

Während wir Deutschen es ja manchmal mit der Political Correctness sehr genau nehmen (also viele, manche auch nicht), hat der Mann an der Kaffeestation einfach nur gute Laune. Laura sagt, dass wir gerne zwei Kaffee hätten – ohne Milch. Er grinst und sagt: „ah, you want your coffee black… black like me!“ und lacht lauthals los. Schön irgendwie, wenn sich Menschen nicht so ernst nehmen und einfach Freude am Leben haben. Während wir weiter auf den Fahrer warten, besorge ich noch schnell eine SIM-Karte am Schalter von mtc und hole Bargeld für die ersten Tage. Wir finden eine SIM-Karte praktisch, um – sofern Empfang ist – im Notfall telefonieren zu können. Das Handynetz ist im Übrigen genau so löchrig, wie das deutsche Netz.

Der Fahrer kommt und bringt uns direkt zur Autovermietung. Dort angekommen sehen wir den Toyota Land Cruiser schon auf uns warten. Wow, was für eine mega Karre. Wenn die uns nicht durch die Wildnis bringt, was dann?! Wir klären die Formalitäten, bekommen eine ausgiebige Einweisung und dann geht es auch schon los. Der Mitarbeiter fährt mit uns noch zur umliegenden Tankstelle, um das Auto voll zu tanken. Dann übernehme ich. Ich freue mich schon die ganze Zeit, dieses riesige Monster in Bewegung zu setzen.

Einkaufen bei Spar – fast wie zuhause

Wir fahren erst einmal zur Mall, um Lebensmittel einzukaufen. Wir entscheiden uns für “The Groove Mall”, denn dort waren wir schon das letzte Mal und haben sie als ziemlich sicher wahrgenommen. Dort gibt es auch einen Spar Supermarkt, der eigentlich alles hat, was wir brauchen – vor allem vieles von Gut & Günstig, was uns immer wieder überrascht. Laura hatte schon in Deutschland eine Einkaufsliste geschrieben, damit wir den Ersteinkauf schnell hinter uns bringen können. Es ging tatsächlich flott und ruck zuck verlassen wir Spar auch schon mit zwei vollen Einkaufswagen. Einer davon ist voll mit Wasser. Haben ist besser als brauchen – gerade in der Wildnis.

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Einkaufen im SUPERSPAR in The Grove Mall

Wir navigieren uns durch den Linksverkehr zum Hilltop Guesthouse, in dem wir die erste Nacht verbringen werden. Das Guesthouse ist wirklich gemütlich und wir werden liebevoll begrüßt. Man, wir freuen uns einfach, dass die Reise jetzt endlich los geht. Mit einem grinsen im Gesicht werden wir zu unserem Zimmer geführt. Auch das ist gemütlich und sauber. Die Angestellte erklärt uns noch, dass ein Eimer in der Dusche steht, damit das überschüssige Duschwasser später noch für die Blumen genutzt werden kann. Schließlich soll es eines der trockensten Jahre in Namibia sein. Oh man, als wäre die Gegend nicht eh schon trocken genug… wir denken darüber nach, wie glücklich wir uns schätzen können, immer ausreichend Wasser zu haben.

Wir lassen den Abend ausklingen…

Nun haben wir aber auch wirklich jede Menge Hunger. Wie im vorigen Jahr, geht es wieder zu Joe’s Beerhouse. Ein Klassiker unter Touristen. Wir fahren mit dem eigenen Auto durch den Verkehr, auch, wenn wir kurz überlegt haben, ein Taxi zu rufen. Die Taxen sind in Windhuk aber immer so eine Sache. Es gibt sichere und welche, die Touristen irgendwo hin bringen, um sie dann auszurauben. Dann lieber das Land Cruiser Beast in Bewegung setzen und direkt auf dem abgesicherten Parkplatz parken.

Dort passen immer sogenannte Parking-Boys auf das Auto auf – verlangen dafür ein kleines Trinkgeld. Wir glauben zwar nicht daran, dass nur einer von denen unser Auto verteidigen würde, wenn es hart auf hart kommt. Aber wenn sie durch die Trinkgelder wenigstens nicht auf die schiefe Bahn geraten, dann ist das Trinkgeld doch gut angelegt. Man gibt immer so um die 10-20 NAD, was um die 0,60 bis 1 € sind. Vollgefuttert verlassen wir Joe’s Beerhouse nach einem netten Abend und fahren wieder zurück zur Unterkunft.

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Sonnenuntergang am Hilltop Guesthouse

Die Sonne geht langsam unter. Es wird dunkler und die Beleuchtung in Windhuk beginnt schrittweise anzugehen. Wir schnappen uns zwei Stühle und sehen der Sonne beim Untergehen zu.

Wir gehen früh schlafen, denn der Anreisetag war wieder anstrengend. Morgen geht es dann früh los und direkt ab nach Botswana – genauer gesagt nach Ghanzi zur El-Fari Campsite, einem Zwischenstopp bis Maun. Wir sind gespannt, wie der Grenzübergang werden wird… Wir liegen noch eine Weile im Bett. Da sind wir nun. Schön, endlich wieder zurück in Namibia zu sein!

Dieser Artikel ist Teil einer Reisebericht-Serie. Teil 2 unseres Reiseberichts findest Du hier: Wir reisen nach Botswana ein.

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