Shibuya ist einer von insgesamt 23 Stadtbezirken Tokios und befindet sich südwestlich des Zentrums der Hauptstadt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist wohl unter anderem die Shibuya Kreuzung, auf der pro Ampelphase Schätzungen zufolge in Spitzenzeiten rund 15.000 Menschen die Straßenseite wechseln sollen. Ein beeindruckendes Schauspiel, das man sich von mehreren erhöhten Positionen anschauen kann.

Alle Richtungen gleichzeitig auf der Shibuya Kreuzung

Die Shibuya Kreuzung ist eine sogenannte Diagonalqueren-Kreuzung (oder auch „Alle-Gehen-Kreuzung“), bei der entweder nur Autos auf der Kreuzung sind oder nur Fußgänger. Wenn die Fußgänger grün haben, dann laufen alle kreuz und quer über die Kreuzung. Ein wahnsinniges Gewusel, bei dem komischerweise niemand angerempelt wird – im Gegenteil: alles fließt entspannt umeinander.

Zwei Japanerinnen auf der Shibuya Kreuzung
Portrait auf der Shibuya Kreuzung

Das hat wohl etwas mit der japanischen Kultur zu tun. Die Japaner scheinen besondere Rücksicht aufeinander zu nehmen. An Rolltreppen bilden sie eine Schlange, in der Bahn rempelt niemand andere an und auf den Gehwegen geht jeder mit offenen Augen umher. Keiner pocht auf sein Recht im japanischen Linksverkehr auch auf der linken Seite gehen zu dürfen. Jeder schaut auf die Menschen, die entgegen kommen und weicht aus – egal, in welche Richtung. Wenn es dann doch mal zu einem Missverständnis kommt und man sich berührt, dann entschuldigt sich jeder höflich und es geht weiter. 

Shibuya Kreuzung: Ampel auf rot
Linienbus auf der Shibuya Kreuzung

Mich begeistert dieses aufeinander Acht geben total. Schließlich wohnen im Großraum Tokio rund 40 Millionen Menschen – knapp halb so viele, wie in ganz Deutschland. Und selbst auf der Shibuya Kreuzung funktioniert es einfach. Wahrscheinlich, weil einfach nicht jeder so sehr auf sein Recht pocht, wie in Deutschland. 

Shibuya Kreuzung: Der Times Square von Tokio

Shibuya ist wohl einer der pulsierendsten Stadtteile Tokios. Der kommerzielle Teil bietet zahlreiche Geschäfte und Büros, aber auch die Statue des bekannten Hundes Hachikō – einer, der bekanntesten Treffpunkte für Verabredungen in Tokio. 

Shibuya Kreuzung: Ampel auf rot
Fahrrad auf der Shibuya Kreuzung

An der Shibuya Kreuzung überqueren in abendlichen Spitzenzeiten rund 15.000 Menschen die Straße. Kein Wunder also, dass es auf der Kreuzung und den Seitenstraßen aussieht wie am Times Square. Riesige Werbeplakate und Bildschirme buhlen um die Aufmerksamkeit der Menschen. Interessanterweise fühle ich mich gar nicht so sehr überflutet von den Werbebotschaften. Während ich am Times Square immer alles lesen konnte, verstehe ich hier im wahrsten Sinne des Wortes nur Bahnhof. Alle Plakate sind auf japanisch. 

Von Starbucks auf die Shibuya Kreuzung schauen

Wenn Du an der Shibuya Kreuzung bist und einen tollen Ausblick haben möchtest, dann hole dir doch bei Starbucks einen Kaffee. Mit dem kannst Du dann in den ersten Stock gehen und dich an einen Tresen direkt am Fenster setzen. Von hier aus wirkt das Treiben noch einmal besonders krass. Schließlich überblickst Du alles von oben.

Shibuya Kreuzung von Starbucks aus

Aber mach dir nicht so viele Hoffnungen, dass Du einen Sitzplatz bekommst. Starbucks als Aussichtspunkt ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Entsprechend sitzen dort viele Menschen und machen eine Pause vom dem Gewusel auf den Straßen Tokios.

Willst Du sehen, wie es gerade auf der Shibuya Kreuzung aussieht? Wir haben einen Live-Stream gefunden, den Du hier schauen kannst:

Wahnsinn diese Kreuzung, was? Würdest Du da gerne mal rüber gehen? Schreib uns doch mal in den Kommentaren.

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