Schon lange haben wir den Traum, Elefanten in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können. In Namibia stehen wir plötzlich vor ihnen. Das vergessen wir nie!

Wir sind im Januar und Februar 2018 nach Namibia gereist. Mit unserem Toyota Hilux mit Dachzelt fahren wir von Windhuk über Sesriem hoch nach Swakopmund und Cape Cross. Nachdem wir bei der Spitzkoppe gewesen sind, führt uns die Route durch den Etosha Nationalpark im Norden Namibias. Weiter geht es für uns zum Waterberg und Erindi. Den Kreis schließen wir dann in Windhoek.

Namibia Rundreise für Selbstfahrer (3 Wochen)

Namibia ist für uns wirklich ein einmaliges Erlebnis. Die Wildnis zu spüren und mitten in der Natur zu schlafen ist für uns ganz besonders, denn morgens werden wir nicht vom Wecker wach, sondern vom Gebrüll der Löwen. Was für ein wahnsinniges Erlebnis!

Wir können jetzt natürlich viel schreiben, aber vielleicht schaust Du es dir einfach mit eigenen Augen an…

Fakten

  • Keine Zeitverschiebung
  • Kein Visum notwendig
  • Malaria-Risiko gering
  • Hauptsaison von April bis Oktober (Trockenzeit)
  • Nebensaison von November bis März (Regenzeit, teilweise Überschwemmungen)

Highlights

  • Elefantenherde im Etosha Nationalpark
  • Übernachten im Dachzelt in der einsamen Wüste
  • Per Allrad durch Tiefsand fahren
  • Sonnenaufgang auf einer Düne erleben
  • Abends am Lagerfeuer mit einem Sundowner sitzen

Mit dem Toyota Hilux durch Namibia

Stationen unserer Namibia-Rundreise

Wir haben uns entschieden, Namibia in unseren drei Wochen intensiv zu erleben und an jedem Ort zwei Nächte zu bleiben. Unser Ziel ist es, eine gute Balance zwischen fahren und genießen zu finden. Wir fahren also von Windhuk gegen den Uhrzeigersinn bis zur Namib, weiter hoch in Richtung Etosha und dann über den Waterberg wieder zurück nach Windhuk.Die einzelnen Stationen unserer Reise siehst Du hier übersichtlich aufbereitet. Zu jeder Station gibt es Artikel, die genau beschreiben, was wir dort erleben und wo wir jeweils übernachten.Route Namibia

Die Namib

Die Namib Wüste ist eine der wenigen Küstenwüsten der Erde und liegt im Südwesten Namibias. Sie ist mit ihren ca. 95.000 km² nicht nur größer als Österreich, sondern auch 80 Millionen Jahre alt und damit die älteste Wüste der Welt. 

Die Weltwitschia Mirabilis ist eine fossile Pflanze, die in der Namib Wüste bis zu 2.000 Jahre alt werden kann. Sie gehört damit zu den ältesten Lebewesen unseres Planeten.

Wir fahren direkt von Windhuk zur Namib, um dort im NamibRand Nature Reserve jenseits der Zivilisation zu übernachten. Weiter geht es nach Sesriem, wo wir die Düne45 am Morgen erklimmen und später im Sossousvlei und Deadvlei die echte Wüste hautnah spüren. 

Swakopmund

Swakopmund ist mit 45.000 Einwohnern und einer Fläche von knapp 200 Quadratkilometern eine der größten Städte Namibias und liegt in der westlichen Region Erongo, die direkt am Atlantik – nahe des Flusses Swakop – zu finden ist. Gleichzeitig ist Swakopmund auch Teil der Namib und ist somit mitten in der Wüste zu finden.

Wir reisen von Sesriem über die C14 in Richtung Swakopmund. Die Straße ist wohl die schlimmste in ganz Namibia. Einerseits ist der Zustand der Straße schlecht und andererseits ist sie so abgeschieden, dass es für Rettungskräfte schwer ist, rechtzeitig bei einem Unfall zur Stelle zu sein. Als wir die Strecke geschafft haben, kommen wir in Swakopmund an. Einer grünen Oase mitten in der Wüste Namib.

Swakopmund ist wirklich nichts für uns. Eine künstliche Stadt mitten in der Wüste. Wir freuen uns schon wieder auf die Natur. Abseits und einfach darf es gerne sein!

 

Spitzkoppe

Das sogenannte Matterhorn Namibias, die Spitzkoppe, ist mit ihren 1.600 m der höchste Berg im Land. Er ist vor rund 100 Millionen Jahren durch Magma geformt worden. Das besondere ist, dass das Magma nie die Erdoberfläche erreicht und damit eine ganz besondere Gesteinsformation geschaffen hat. Das obere Gestein ist irgendwann verwittert, sodass heute nur noch 100 Millionen Jahre alter Granit zu sehen ist.

Von Swakopmund sind es rund 1,5 Stunden bis zur Spitzkoppe. Wir fahren durch plattes Land, bis plötzlich am Horizont ein riesiger Berg auftaucht. Da muss es sein! Was für eine atemberaubende Landschaft. Direkt an der Spitzkoppe befindet sich ein Campingplatz, dessen Plätze so weit auseinander liegen, dass man echte Einsamkeit genießen kann. Wir lassen das Auto ausrollen, bauen unser Dachzelt auf und genießen bei untergehender Sonne und Lagerfeuer unseren Sun-Downer. 

Cheetah Farm

Cheetah Farm

Auf dem Weg zum Etosha machen wir einen Zwischenstopp auf einer Geparden Farm. Das Projekt zum Schutz der Cheetahs in Namibia wird von der Familie Nel betrieben und nimmt verletzte sowie sogenannte „Problem“-Geparden im Wildgehege auf. Die Farm liegt im Nordwesten Namibias in der Nähe von Kamanjab.

Wir sind bei dem Thema hin- und hergerissen und haben bis heute eine ambivalente Meinung dazu. Dennoch verstehen wir, warum es in Namibia wichtig ist, dass es solche Farmen gibt. Wir bleiben hier eine Nacht, um uns alles erklären zu lassen. Wir schreiben in unserem Artikel das Für und Wider auf.

Etosha

Der Etosha Nationalpark umfasst ein 22.275 Quadratkilometer großes Schutzgebiet, was ungefähr der Größe des Bundeslandes Hessen entspricht. In dem bekannten Nationalpark im Norden Namibias leben heute wieder eine Vielzahl an Wildtieren. Darunter sind 114 verschiedene Säugetierarten und 340 Vogelarten, von denen ungefähr ein Drittel Zugvögel sind.

Im Etosha bleiben wir insgesamt für fünf Nächte. Wir starten im Westen in Okaukuejo, wo wir direkt am ersten Abend Elefanten und Nashörner am Wasserloch entdecken können. Unzählige Giraffen und Zebras sehen wir auf dem Weg nach Halali. Doch das Highlight kommt im Osten des Parks in Namutoni, wo wir einer riesigen Herde Elefanten begegnen. Der wunderschönste Moment unserer Reise!

Nashorn-Fußabdrücke am Waterberg

Waterberg Plateau

Als wir uns vom Etosha in Richtung Windhuk aufmachen, heißt unsere nächste Station Waterberg Plateau. Der Tafelberg ist 50 km lang und 16 km breit und kann Wasser durch das spezielle Gestein sehr gut speichern. Regenwolken regnen also am Hang ab und das Wasser wird im Berggestein gespeichert. Somit ist das Waterberg Plateau eine grüne Oase mitten in einer kargen Landschaft. Besonders toll: Das Wasser ist trinkbar und wird zum Duschen und Kochen genutzt.

Wir campen an der Waterberg Plateau Campsite mit einem tollen Ausblick auf den Tafelberg. Wir sind total begeistert von dem Campingplatz, denn hier ist alles komplett autark eingerichtet. Wir erkunden die Umgebung und finden Spuren von Geparden und Nashörnern im Sand. Wir erleben das krasseste Gewitter und sehen ein Nashorn-Baby auf einer Tour. Das Waterberg Plateau hat uns wirklich gut gefallen.

Erindi

Das Erindi Private Game Reserve ist ein etwas 70.000 Hektar großes privates Wildschutzgebiet in Namibia. Erindi hat eine der umfangreichsten Wildtier-Populationen in ganz Namibia. Auf dem Gebiet halten sich in etwa 10.000 Großtiere auf. Nicht weit von Windhuk gelegen ist man in etwa zwei Stunden Fahrtzeit (ca. 178 km) im Erindi. Durch die Nähe zur Hauptstadt eignet sich Erindi perfekt als erste oder letzte Station deiner Namibia-Reise.

Für uns ist es die letzte Station unserer Namibia-Reise. Auch, wenn wir den Camping-Platz für etwas zu luxuriös empfinden, ist das private Wildschutzgebiet wirklich toll. Auf einigen Game Drives erkunden wir das Gebiet und können immer wieder Tiere entdecken – auch Löwen. 

Und noch ein paar Tipps speziell für Namibia

Vor unserer Reise haben wir uns so einige Fragen gestellt, z. B. wie wichtig ist es nun wirklich, sich gegen Malaria zu schützen oder ob es tatsächlich im Dachzelt vor Wildtieren sicher ist. Wir haben uns ja auch entschieden, während der Regenzeit zu reisen und waren uns unsicher, wie man dann in Namibia auf den Pisten voran kommt – und wie das Schlafen im Dachzelt bei Starkregen und Gewitter ist. Eines können wir sagen: Wir haben auf unserer Reise viel gelernt und das wollen wir gerne mit dir teilen.

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  1. Hallo Laura und Tobi,
    großes Lob! Euer Blog ist richtig gut geworden. Auch die Texte sind Klasse und steigern unsere Vorfreude auf unseren (hoffentlich baldigen) Urlaub in Namibia.

    Anders als für eine Reise nach Australien ist es für Namibia wohl nötig, schon einiges im Vorfeld zu buchen. Obwohl wir – wie Ihr – in der Vorsaison reisen wollen (März/April), ist es offensichtlich ratsam, die Etosha Camps und auch einen Campground für Sesriem vorzubuchen.

    Meine Frage: Was buche ich zuerst? Den Flug oder den PKW? Ich hoffe auf günstige Flüge mit max. einem Zwischenstopp. Ich hoffe, dass ich damit noch nicht zu spät dran bin, um einen günstigen Flug/PKW 4×4 Hilux Doublecab) für 2019 zu bekommen. Falls es gar nicht klappen sollte, könnten wir uns evtl. noch bis 2020 gedulden.

    Über eine kurze Einschätzung wären wir dankbar.

    Ganz liebe Grüße

    Claudia

    • Hallo Claudia,

      schön, dass ihr unseren Blog gefunden habt und euch unsere Texte gefallen 🙂

      Die Reservierung im Etosha würden wir euch auf jeden Fall empfehlen. Wir hatten es z. B. bei Namutoni so, dass wir die erste Nacht mit 2-3 Campern alleine waren und in der zweiten Nacht waren plötzlich alle Plätze belegt. Wir konnten insgesamt beobachten, dass gerade am Wochenende mehr Trubel war. Bei dem Check-In trägt man sich in ein Buch ein inkl. Nationalität. Wir konnten sehen, dass viele direkt aus Namibia kommen oder aus Südafrika, um wahrscheinlich einfach ein Wochenende in der Natur zu verbringen.

      Bei Sesriem war es hingegen ziemlich leer. Dort gibt es auch ein paar zusätzliche Campingplätze. Uns war es wichtig, dass wir im Park übernachten konnten, damit wir eine Stunde vor Sonnenaufgang zu den Dünen fahren konnten. Je nachdem, wie wichtig euch das ist, solltet ihr reservieren oder das Risiko eingehen, wenn ihr flexibel sein möchtet. Das wäre unsere Empfehlung. Noch eine Ergänzung: Das Internet ist in Namibia relativ schlecht. Wenn ihr euch eine SIM-Karte am Flughafen kauft (dazu haben wir auch einen Artikel), dann könnt ihr bei den Campingplätzen unterwegs anrufen und fragen, ob etwas frei ist. Wir empfehlen nicht, spontan hinzufahren. Dafür sind die Distanzen zu groß zwischen den einzelnen Plätzen.

      Bei Flug und PKW haben wir es bisher so gemacht: Wir haben bei den PKW-Anbietern einen Zeitraum angefragt. In der Regel reservieren sie das Auto dann für ein paar Tage. Dann kannst Du parallel nach einem Flug suchen und diesen buchen. Wenn es zeitlich funktioniert, dann probiere mal nicht unbedingt am Wochenende zu fliegen. Dann sind die Flüge häufig (z. B. Dienstag oder Mittwoch) besonders günstig. Wir sind mit Air Namibia geflogen (Lufthansa bis Frankfurt aus Hamburg und dann weiter direkt nach Windhoek). Die Airline hat relativ neue Maschinen und wir können sie durchaus empfehlen. Und macht euch keine Sorgen, dass ihr zu spät dran seid. Wir haben im November unsere Reise für Jan/Feb gebucht. Das war gar kein Problem.

      Wenn wir euch noch weitere Fragen beantworten können, dann nix wie her damit!

      Wir wünschen euch viel Spaß bei der weiteren Planung und genießt die Vorfreude.

      Liebe Grüße,
      Laura & Tobi