Wer nach Namibia reist, stellt sich sicher viel Weite vor. Weite, die vor allem trocken ist und nach Wüste aussieht. Und genau das findet man in Namibia auch. Die Namib Wüste ist eine der ältesten Wüsten der Welt und mit einer Gesamtgröße von rund 95.000 km² auch eine der größten. Besonders an dieser Wüste ist, dass sie direkt am Meer zu finden ist und sich dort 2.000 km entlang zieht. Am Morgen erstrahlen die Dünen in sattem rot. Die Düne 45 ist beispielsweise eine der bekannten Dünen der Namib Wüste. Wer von Sesriem in den Park fährt, stößt exakt nach 45 Km auf diese 170 Meter hohe Düne.

Düne 45 am Nachmittag

Früh aufstehen ist angesagt

Wir haben zwei Nächte bei den Dünen verbracht. Übernachtet haben wir auf der Sesriem Campsite. Das hat einen großen Vorteil: Man schläft im Park und kann bereits eine Stunde vor dem allgemeinen Parkpublikum die Fahrt zum Soussusvlei antreten. Das liegt daran, dass die innere Schranke bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang öffnet. Die Campsite gehört, wie auch viele andere in Nambia, zum NWR (Namibia Wildlife Resort), welches zu 100% staatlich ist.

Wir haben den Plan, zum Sonnenaufgang auf der Düne 45 zu sein, um von dort den Sonnenaufgang anzusehen. Frühes Aufstehen ist angesagt, denn die Schranke öffnet um 6:30 Uhr. Der Wecker klingelt also um 6:00 Uhr. Aufstehen, Dachzelt abbauen und einpacken und dann nichts wie los zur Schranke, denn die Sonne wird nicht auf uns warten. Es ist noch stockduster, die einzigen die früh aufbrechen wollen sind wir aber nicht. Überall hören wir bereits die Motoren der Autos. Klar, es ist Sommer in Namibia und ab 10 Uhr ist es so heiß, dass es in der Sonne kaum auszuhalten ist. Gerade hier, wo der Sand sich extrem aufheizt. Wir beeilen uns also und sind tatsächlich schon um kurz vor 6:30 Uhr an der Schranke. Mit verblüffen stellen wir fest, dass diese schon offen ist. Weit in der Ferne sehen wir die Rücklichter anderer Autos. Hmm, okay…

Die Raser-Rallye zur Düne 45

Wir machen uns auf den Weg und merken schnell: Das hier ist eine Ral­lye. Völlig unverantwortlich rasen die Autos über die geteerte Straße in Richtung Soussusvlei. Wir waren schon am Vortag da und haben eine Menge Tiere sehen können. Ob die Tiere das schon kennen und die Straßen morgens meiden?! Wir halten uns einigermaßen an die Begrenzungen und achten darauf, dass kein Tiere die Straße überqueren will. Ob nun Herz für Tiere oder nicht: Haltet euch an die Begrenzung, gerade am Morgen! Es passieren in Namibia so häufig Unfälle, auch auf dieser Strecke – besonders, weil Touristen sich völlig überschätzen. Man braucht ca. 40 min – mit einer Stunde vor Sonnenaufgang hat man eigentlich genügend Zeit.

Strauße in der Namib WüsteViele Autos am Morgen an der Düne 45

Als wir bei der Düne 45 ankommen, stehen schon 4 bis 5 Autos auf dem Parkplatz. Einige Besucher erklimmen bereits die Düne. Okay, die Idee hatten also nicht nur wir. Macht nichts, der Ausblick wird trotzdem schön sein.

Was ein schöner Sonnenaufgang!

Wir marschieren los und schnell wird uns bewusst: selbst morgens vor Sonnenaufgang gerät man schon ganz schön aus der Puste. Einige stoppen mehrfach und schnauben ganz schön, während wir überholen. Wir gehen weiter. Noch… Der Sand unter unseren Füßen ist so weich, dass es mit jedem Schritt anstrengender wird. Von unten sieht die Düne gar nicht so groß aus. Aber wir wollen oben sein, wenn die Sonne über die Dünen kommt und alles in ein ganz besonders Licht hüllen wird. Also weiter gehts!

Nachdem die Düne einen Knick macht, entscheiden wir, dass der Ausblick von da richtig gut ist. Man wird sehen, wie die Düne 45 von der Seite angestrahlt wird. Wir setzen uns auf den Scheitel der Düne 45, packen die Kamera aus und warten gespannt auf den Moment, wenn die Sonne erscheint. Es wird immer heller am Himmel.

Dann ist es soweit und man sieht die ersten Strahlen der Sonne über dem Scheitel der Dünen am Horizont. Die Dünen werden mit rot-goldenem Licht von der Seite angeleuchtet. Das sowieso schon warme Licht scheint nun noch auf den roten Sand. Diese unglaubliche Farbe haben wir noch nie gesehen! Die Landschaft wirkt wie ein Scherenschnitt. Die eine Seite der Dünen ist intensiv rot, die andere komplett dunkel und schwarz – mit einem sauberen Schnitt am Übergang.

Sonnenaufgang an der Düne 45 von obenAusblick von der Düne 45 am MorgenDie Wüste in der Namib Wüste von obenDüne 45 in der Namib Wüste

Wir genießen den Moment. Die Landschaft sieht so schön aus! Es ist komplett ruhig da oben, der Sand schluckt jedes Geräusch. Dieses Licht und diese Ruhe waren den mühsamen Aufstieg auf jeden Fall wert.

Während wir den Moment aufsaugen merken wir, dass das Licht schon immer heller und greller wird. Auch die Temperatur steigt langsam, aber stetig an. Wir treten also den Rückweg an und transportieren die Kubikmeter Sand in unseren Schuhen die Düne 45 auch wieder hinunter.

Viele rennen die Düne 45 runter bzw. versuchen es. Wir mit unseren Kameras müssen leider passen – witzig sieht es aber aus. Und man muss sagen: die Leute brauchen länger runter, als wir es erwartet hätten. Das ist wohl ebenfalls anstrengend bei dem weichen Sand. Unten angekommen leeren wir den Sand aus und stellen wieder fest: so hoch ist es doch gar nicht!? 😉

Viel Sand im Schuh an der Düne 45

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