Im Etosha Nationalpark gibt es schätzungsweise 2600 Elefanten. Für ein Gebiet, welches so groß ist wie das Bundesland Hessen, klingt das im ersten Moment gar nicht so wenig. Fährt man dann aber durch das Schutzgebiet, wird einem doch recht schnell klar, dass es ein großer Glücksmoment ist, wenn man einem von Etoshas Elefanten begegnet – wild und frei.

Elefanten am Wasserloch beobachten

In Okaukuejo können wir am Wasserloch tolle Eindrücke und Erinnerungen sammeln. Okaukuejo ist für sein Wasserloch bekannt. Wir haben darüber bereits den Artikel Wildlife am Wasserloch im Okaukuejo Camp geschrieben. Als wir dort abends am beleuchteten Wasserloch sitzen, können wir Elefanten und sogar zwei Nashörner beobachten. Das ist ein wirklich schönes Erlebnis, was es nur schwer zu toppen gilt. Dennoch gefällt es uns ein klein wenig besser, Tiere auf einem Game Drive auf eigener Faust zu beobachten. Jedes Mal steigt in uns die Anspannung, wenn wir uns ins Fahrzeug setzen und das eingezäunte Gelände der Campingplätze im Etosha verlassen. Denn du weißt nie, wo dir welches Tier begegnet und so macht sich jedes Mal ein Kribbeln breit.

Zwei Elefanten am Wasserloch

Game Drive im Etosha

Wir verlassen das Namutoni Camp früh morgens, als rechts von uns promt ein Nashorn auftaucht. Wir können es wie immer kaum glauben, dass diese Tiere, die wie aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen, hier auf einmal neben einem stehen. Das Nashorn scheint nicht allzu viel Interesse an uns zu haben und macht sich ziemlich rasch auf den Weg zurück ins Gebüsch.

Ein Nashorn

Erstmalig fahren wir in den nördlichen Bereich des Nationalparks und sehen hier besonders viele Raubvögel und Kudus. Hinter einer Reihe von Büschen stehen die Kudus plötzlich und schauen uns erschrocken an. Wir halten an und stellen den Motor aus, in der Hoffnung, die Tiere nicht zu verjagen. Die Taktik geht auf und so stolziert nach kurzer Zeit ein Kudu nach dem anderen über den Weg. Auf der anderen Seite verschwinden sie im Gebüsch und wir sehen nur noch vereinzelt Köpfe im Gebüsch auftauchen.

Ein Falke mit seiner BeuteGut versteckt im GeästDie Kudus haben uns bemerktEin Kudu läuft über die StraßeEin Greifvogel im EtoshaDer Vogel fliegt wunderschön neben uns herEine SteppenweiheWunderschön!

Etoshas Elefanten

Irgendwo haben wir gelesen, dass sich Etoshas Elefanten zur Regenzeit in den Norden des Schutzgebietes zurück ziehen. Unsere Hoffnung ist deshalb recht groß, irgendwo bei Namutoni auf Elefanten zu stoßen.

Und so fahren wir auf einem der vielen Wege, auf der Suche nach Etoshas Elefanten. Links und rechts der Strecke stehen viele grüne Büsche, kein Auto begegnet uns. Und dann ist es nach einer Kurve plötzlich soweit. Der Moment ist da! Ich trete abrupt auf die Bremse. Tobi und ich geben gleichzeitig ein Geräusch wie „Ahh“ oder „Ohhh“ von uns. So genau wissen wir das nicht mehr, denn vor Aufregung hüpft uns das Herz bis zum Hals. Eine Portion Adrenalin pumpt uns ebenfalls durch den Körper, als eine Herde von Elefanten mitten vor uns auf dem Weg steht. Auch wenn wir nach Etoshas Elefanten gesucht haben, so stehen sie nun ganz unvermittelt vor uns.

Etoshas ElefantenElefanten - wild und frei

This is Africa

Unbeschreiblich aufregend beschreibt es wohl am besten! Jüngere und ältere Tiere stehen vor uns und fressen an den Büschen. Gerne würden wir den Motor abstellen, um die Herde nicht zu stören, aber das trauen wir uns nicht. Und das ist wohl tatsächlich besser, denn obwohl wir einen guten Abstand zu den Tieren haben, gefällt unsere gewählte Distanz einem der Elefanten gar nicht. Mit aufgestellten Ohren kommt er uns ein paar Schritte prustend entgegen. Rasch will ich den Rückwärtsgang einlegen, der etwas hakt. Nur keine Panik, denke ich, wobei mir doch ein bisschen der Puls ansteigt. Na gut, vielleicht auch etwas mehr als ein bisschen, aber uns steht ja auch ein riesiges Tier gegenüber!

Schnell hat sich der Puls und der Elefant wieder beruhigt. Wir ärgern uns dennoch darüber, scheinbar zu nah in den Bereich der Elefanten eingedrungen zu sein. Wir stehen ziemlich lange dort, während sich die Tiere fressend von Busch zu Busch bewegen. Einige Tiere verschwinden aus unserem Sichtbereich, andere kommen näher und so könnten wir ewig dort stehen bleiben.

Ein junger ElefantDie Familie beim Fressen

Wir genießen Etoshas Elefanten

Es ist ein großartiges Gefühl, mitten in der Elefanten-Herde zu stehen. Die Tiere stehen links und rechts des Weges vor uns, vielleicht ein paar Meter von uns entfernt. Relativ dicht neben uns steht eine Elefantenkuh mit ihrem Jungen. Die beiden sind total relaxed und scheinen sich nicht an uns zu stören. Tobi und ich genießen diese Augenblicke so sehr und versuchen jede Sekunde aufzusaugen. Wer weiß, wann wir das nächste Mal auf wilde und freie Elefanten treffen werden. Diese sanften großen Riesen sind total faszinierend und schützenswert. Eins wird uns auf dieser Reise immer wieder bewusst: Wie zerbrechlich die Natur und mit ihr die Lebewesen doch sind.

Überall im Gebüsch stehen ElefantenWir können mindestens 12 Tiere zählenWir stehen sehr lange und schauen den Tieren zuDie Tiere wandern langsam weiter

Hast du auch schon einmal Elefanten hautnah erlebt oder hattest ein besonderes Erlebnis auf einem Game Drive? Berichte uns doch mal in den Kommentaren, wir würden uns gerne mit dir austauschen!

Info

Weitere Informationen über den Etosha Nationalpark und eine Übersicht der Campingmöglichkeiten im Nationalpark bekommst du in diesem Artikel: Etosha Nationalpark Camping.

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