Der Etosha Nationalpark ist voll von wundervollen Wildtieren. Wir verbringen daher insgesamt fünf Nächte im Nationalpark auf Campingplätzen. Zwei Nächte davon im Halali Camp. Von hier aus sind wir zu mehreren Game Drives im Etosha aufgebrochen und haben unser Glück versucht, Tiere zu entdecken. Ob sich eine oder besser zwei Nächte im Halali Camp lohnen und was wir in der Umgebung erlebt haben, darüber wollen wir in diesem Artikel berichten.

Eine GabelrackeAlpenidylle oder Etosha Nationalpark?Wunderschöne Landschaft nach einem RegenfallBeim Game Drive Etosha

Game Drive Etosha – rund um das Halali Camp

An unserem ersten Tag haben wir mit unseren Tiersichtungen rund um Halali nicht allzu viel Glück. In der Gegend um das Okaukuejo Camp waren die Sichtungen bis jetzt erfolgreicher. Elefanten, Nashörner und Löwen gehörten dort neben Giraffen, Zebras und mehreren Schakalen zu den Highlights.

Unser Wecker klingelt uns zum morgendlichen Game Drive aus dem Schlafsack und wir machen uns ruckzuck fertig und sind abfahrbereit. Kaum sind wir aus dem Gate gefahren, lugt eine Giraffe zwischen den Büschen in den rosafarbenen Himmel hervor. Ein tolles Bild und nun sind wir euphorisch, heute noch mehr Wildlife im Etosha zu entdecken. Das Ausschauhalten bis plötzlich einer von uns ruft „Stop, da war was!“, bringt uns unglaublich viel Spaß.

Eine Giraffe früh morgens beim Game DriveEin tolles Muster haben die Giraffen

Als wir in einen ziemlich dichten Wald kommen, ist plötzlich wieder so ein Moment. „Stop, da ist was!“, links neben uns entdecken wir zwei Hyänen. Ein paar Minuten können wir sie beobachten während die beiden gebannt zurück starren. Bisher haben wir nur nachts das Lachen der Hyänen hören können, zu sehen bekommen wir sie jetzt zum ersten Mal!

Die Hyäne beobachtet uns ebenfalls

Wir befinden uns noch immer auf demselben Weg, neben uns dichter Wald. Die Vegetation ist wirklich grün und dicht. Zwischen den Bäumen laufen auf einmal zahlreiche Impalas neben uns her. Wir halten an einer Gabelung des Weges an und schalten den Motor aus. Wir sind das einzige Fahrzeug weit und breit. Bis hierhin haben wir kein anderes Auto getroffen. Wir öffnen die Fenster und nichts als frische Morgenluft und absolute Stille dringt zu uns hinein, während die Impala-Herde immer näher kommt.

In den Spurrillen hat sich Regenwasser aus der Nacht gesammelt, aus denen sie nun zu trinken beginnen. Als wir zur anderen Seite blicken, sehen wir, dass wir bereits umzingelt sind. Eine Zebra-Herde ist ebenfalls ganz dicht heran gekommen. Wir genießen diese Ruhe und die Tiere scheinen sich überhaupt nicht an uns zu stören. Auch wenn größere Tiere, gerade die Raubkatzen und Elefanten eine große Faszination ausüben, sind solche Erlebnisse beim Game Drive ebenfalls großartig. Wir genießen die Tiere um uns herum und stehen dort echt lange!

Eine Impala Herde kommt immer dichterImpalas beim TrinkenZebras sind auch mit von der Partie

Um ein paar Sekunden verpasst

Unser Game Drive führt uns weiter über den Rhino Drive und nach dreieinhalb Stunden haben wir noch immer kein anderes Fahrzeug getroffen. Darüber freuen wir uns. Wir hoffen stark, dass dadurch die Chance steigt, weitere Tiere zu entdecken. Aber wer weiß…

Als wir um eine Kurve kommen, steht uns plötzlich ein Fahrzeug gegenüber und gibt uns sofort per Handzeichen zu verstehen, anzuhalten. In dem anderen Auto sitzt ebenfalls ein Paar, welches nun zu uns gefahren kommt und die Scheibe hinunter lässt. Die beiden teilen uns aufgeregt mit, dass dort in der Kurve gerade ein Leopard aus einer Pfütze getrunken hat. Wow! Nicht schlecht, wir müssen das wundervolle Tier also um ein paar Sekunden verpasst haben.

Schon lustig, da fährt man Ewigkeiten alleine durch den Etosha und genau dort, wo ein Leopard mitten auf dem Weg steht, kommt uns ein anderes Fahrzeug zuvor. Wir gönnen den beiden die tolle Tiersichtung und auch wenn wir nicht das Glück hatten den Leoparden zu entdecken, fühlt es sich super an, dass hier wirklich Leoparden um uns herum sind.

Wird der Rhino Drive seinem Namen gerecht?

Plötzlich hält Tobi den Wagen abrupt an und legt schnell den Rückwärtsgang ein. Er ist sich ganz sicher, dass dort hinten im Gebüsch etwas war. Wir fahren mehrere Meter zurück und suchen das Gebüsch ab. Tatsächlich – dort ist etwas graues. Hinter dem Baumstamm, gut versteckt und daher kaum zu erkennen. Lediglich etwas, was wie ein Horn aussieht, bewegt sich hoch und runter. Es ist eindeutig ein Nashorn, was dort verborgen steht und grast. Was für ein toller morgendlicher Game Drive im Etosha! Berauscht fahren wir zum Halali Camp zurück.

Ein Nashorn gut versteckt hinter dem Baumstamm

Das Halali Camp – lohnt es sich?

In der Mitte des befahrbaren Teils des Etoshas liegt das Halali Camp. Praktisch gelegen, sofern man den ganzen Nationalpark erkunden und sich dabei Zeit lassen möchte. Das Gelände für die Camper ist ziemlich groß und es gibt einige Bäume, die etwas Schatten spenden. Um die Mittagszeit verbringen wir etwas Zeit auf unserem Stellplatz und werden wahnsinnig aufgrund der vielen Fliegen. Immer wieder fliegen sie in die Augen und geben keine Ruhe, bis wir einpacken und auf einen weiteren Game Drive fahren.

Das Wasserloch in Halali ist richtig schön angelegt. Optisch ist es von den drei Camps, die wir besucht haben, das schönste. Allerdings haben wir an zwei Abenden kein einziges Tier gesehen. Aber das ist bekanntlich Glückssache und kann bei jedem anders sein!

Sonnenuntergang am Wasserloch in HalaliSonnenuntergang

Die Sanitäranlagen sind, wie alle im Etosha Nationalpark, in die Jahre gekommen. Teilweise fehlen an den Waschbecken die Wasserhähne und die Türschlösser in den Duschen fallen fast heraus. Ja, auf jeden Fall sanierungsbedürftig, aber wegen der tollen Sanitäranlagen fährt man nicht unbedingt in den Etosha, richtig?

Die SanitäranlagenHalali Camp

Abends können wir eine tolle Tiersichtung mitten auf dem Campinggelände machen. Als es bereits dunkel ist und wir schon im Dachzelt liegen, rumst es und es ist Geraschel zu hören. Wir sehen gerade noch, wie zwei Honigdachse, die über den Platz rasen und in der Dunkelheit verschwinden. Zurück bleiben drei umgekippte Mülltonnen… das war wohl nicht das erste Mal. Die kleinen Räuber sind geübt.

Im Vergleich zu den anderen beiden Camps (Okaukuejo und Namutoni) finden wir das Halali nicht so schön. Das ist natürlich Geschmacksache. Aber wir finden, dass dem Platz irgendwie der Flair fehlt – auch wenn wir den Kiosk sehr empfehlen können. Wir würden hier nur eine Übernachtung empfehlen.

Das Halali CampDas ist das Halali Camp

Planst Du auch zum Halali zu fahren oder warst bereits da? Berichte uns doch mal in den Kommentaren.

Info

Campingplatz: Halali

Kosten: 170 NAD pro Person / je Nacht und zusätzlich 280 NAD für den Stellplatz / je Nacht (max. 8 Personen)

Eine Übersicht über die beiden anderen Camps mit Tipps zur Reservierung und einige Infos über den Etosha Nationalpark, findest Du in diesem Artikel: Etosha Nationalpark Camping.

Hier liegt Halali im Etosha Nationalpark:

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