Wir verlassen die wunderschönen roten Dünen des Sossusvleis um weiter nach Swakopmund zu reisen. Auf dem Weg kommen wir an der kleinen Raststätte in Solitaire vorbei, die viele Fotomotive zu bieten hat. Weiter geht es auf einer kilometerlangen, ziemlich fiesen „Wellblechpiste“ – die C14 in Namibia. Was wir auf dieser Strecke erlebt haben und was es zu entdecken gibt, das erfährst Du in diesem Artikel.

Nach einem entspannten Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und verlassen die Campsite in Sesriem. Wir fahren nicht allzu spät los, damit wir unser Tagesziel Swakopmund gegen Nachmittag erreichen. Uns steht ein längerer Fahrtag bevor. Insgesamt sind es von Sesriem bis Swakopmund 344 Kilometer. Wir fahren durch eine schöne Landschaft Richtung Solitaire. Die Felsen der Naukluft-Berge im Hintergrund und davor das Steppengras wirken zwar karg, sehen aber dennoch wunderschön aus.

Wir halten immer wieder an, um entweder ein Foto von der Landschaft zu machen oder um in der Ferne Tiere mit dem Fernglas zu beobachten. Wir haben richtiges Glück! Auf einem der vielen Felsen können wir drei Bergzebras entdecken. Es ist schon faszinierend, mit wie wenig Wasser und Nahrung die Tiere hier auskommen.

Bergzebras in den Naukluft-Bergen
Bergzebras zwischen Sesriem und Solitaire
Strauße in der Landschaft der Naukluft-Berge
Die Landschaft ist karg aber wunderschön

Schöne Fotomotive in Solitaire

Nach einer Fahrt mit reichlichen Stopps kommen wir nach ungefähr 2 Stunden in dort an. Solitaire ist quasi eine Raststätte, die aus einer Tankstelle mit Werkstatt und einer Bäckerei besteht. Einen Campingplatz und eine Lodge gibt es ebenfalls. Berühmt ist dieser klitzekleine Ort allerdings für seinen Apfelkuchen, der dort bereits seit Ewigkeiten verkauft wird. Hier wird tatsächlich frisch gebacken! Den berühmten Kuchen probieren wir allerdings nicht. Tobi gönnt sich stattdessen lieber ein Stück Blaubeer-Tarte, die ganz gut schmeckt. Wirklich toll finden wir beide die alten Auto-Wracks, die überall auf dem liebevoll gepflegten Gelände herumstehen. Die Autos geben schöne Fotomotive und so vergeht auch hier einige Zeit bis wir schließlich weiter fahren.

Der Rastplatz Solitaire

Alte Autos in Solitaire
Autowrack

Der südliche Wendekreis – Tropic of Capricorn

Von hier sind es noch 260 Kilometer bis nach Swakopmund. Eigentlich klingt das nach einer nicht sehr langen Fahrt. Die Strecke hat es aber in sich! Die nächsten Stunden verbringen wir auf einer „Wellblechpiste“, die uns richtig schön durchschüttelt. Die Sonne scheint erbarmungslos, während wir mit dem Toyota Kilometer für Kilometer vorwärts rollen.

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Her damit!

Viele Autos begegnen uns auf dieser Strecke nicht. Wir sehen vielleicht alle zwei Stunden eins. Auf dieser Strecke durchfahren wir auf der C14 in Namibia das zweite Mal den südlichen Wendekreis, „Tropic of Capricorn“. Zur Sommersonnenwende am 21. oder 22. Dezember steht die Sonne hier im Zenit. Wir halten für einen Fotostopp an und nutzen den Halt, um uns kalte Getränke aus dem Kühlschrank zu holen.

Der südliche Wendekreis
Esel im Schatten

Abenteuerliche Fahrt auf der C14 in Namibia

Dann nähern wir uns dem Kuiseb Pass, den die C14 in Namibia durchquert. Der Pass ist eine ausgewaschene Schlucht, die meist jahrelang trocken liegt. Nun geht es Serpentinen hinab und wieder hinauf. Der Weg schlängelt sich ungesichert durch den Pass. Lediglich an manchen Stellen befinden sich kurze Teile einer Leitplanke. Als es gerade wieder bergab geht, sehe ich viel zu spät ein großes Schlagloch. Ich kann nicht mehr ausweichen und so schlägt unser Toyota heftig mit dem rechten Reifen in das Loch. Etwas Schiefstand scheinen die Reifen zu haben aber der Toyota verzeiht uns das Missgeschick und kämpft sich unermüdlich weiter. Puh!

Weit und breit einfach nichts...die C14 in Namibia

Ich bin erleichtert, als wir den Pass hinter uns lassen und es auf ebener Strecke nur noch gerade aus weiter geht. Trotz der besseren Strecke kommen hier extreme Gefühle auf. Die Landschaft ist eine trostlose, riesige, sandige Ebene. Nichts, einfach nichts, woran sich das Auge halten kann. Ich fühle mich, als hätte die Wüste mir alle glücklichen Gedanken ausgesaugt. Die extreme Hitze, die Trockenheit und die Einsamkeit vermischen sich und ich muss mir vorstellen, wie es wohl ist, hier draußen auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Ein Rettungsarzt würde wahrscheinlich mehrere Stunden brauchen, bis er eine Unfallstelle erreicht hätte. Und wie würde man hier draußen Hilfe rufen, ohne Handyempfang? Wahrscheinlich ist man auf die Hilfe von vorbeifahrende Autos angewiesen.

Kurzer Stop

Die Gedanken lösen sich in Luft auf, als in der Ferne endlich Walvis Bay auftaucht. Endlich ist wieder Leben sichtbar. Es laufen viele Menschen durch die Gegend und wir befinden uns plötzlich auf einer stark befahrenen Straße. Noch 30 Minuten, dann haben wir unseren Campingplatz „Alte Brücke“ in Swakopmund erreicht. Ein Tag voller Gedanken geht zu Ende und auch das gehört zum Reisen dazu.

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