Rundreise Namibia Botswana Reisebericht: Das haben wir erlebt!

Über unsere Rundreise durch Namibia und Botswana schreiben wir in diesem Reisebericht. Sei hautnah dabei und erlebe die Reise mit uns noch einmal.

Man haben wir lange darauf gewartet und heute geht es nun endlich los – das Abenteuer Botswana! Es ist der 23. Mai und das bedeutet: die letzten Sachen einpacken, bevor es losgeht zum Flughafen. Wir fangen gefühlt immer schon Ewigkeiten vor der Reise an zu packen. Wir denken immer, dass wir dann am Ende nicht so viel Zeit fürs Packen brauchen.

Aber wenn wir mal ehrlich sind, dann wandert der Großteil der Sachen sowieso am letzten Tag in die Tasche. Den einen Pulli, das eine T-Shirt… alles will man vorher noch anziehen und dann fängt das Beten an, dass es am letzten Tag noch alles trocken wird, bevor es eingepackt werden muss. Dieses Mal geht alles gut. Das liegt aber mit Sicherheit auch daran, dass wir nur ein Outfit aus der zivilisierten Welt dabei haben – und zwar für den Flug. Alles andere besteht aus Funktionskleidung, die schnell trocknet und in Schichten getragen werden kann. In Botswana wird es am Tag heiß und in der Nacht schon mal sehr kühl. Noch einmal kurz die Reisetasche wiegen: check. Das passt. Wir können also los!

Die Reise beginnt: Ab zum Flughafen

Mit der Lufthansa geht es um 14 Uhr erst einmal nach Frankfurt. Netterweise bringen uns meine Eltern zum Flughafen. Pünktlich klingelt es zur Abfahrt. Wir laden also alles in das Auto und schon kreisen uns so viele Gedanken im Kopf herum. Mich beschäftigt so ein Reisetag immer ziemlich – vor allem, nachdem wir bei der letzten Afrika-Reise fast den Anschlussflug verpasst hätten und unser Gepäck nicht mit kam. Am Flughafen angekommen, holen wir uns am Schalter die Tickets – old school. Da es von Frankfurt weiter nach Windhuk geht, fliegen wir ab Frankfurt mit Air Namibia. Und dieses Mal kennen wir das Spiel schon: “Ich kann Sie nur bis Frankfurt einchecken. Sie müssen sich dann dort am Schalter von Air Namibia melden.”… dieses Mal haben wir aber viel Zeit in Frankfurt.

Wir bringen erst einmal unsere Reisetaschen zum Sperrgepäck und dann geht es durch die Sicherheitskontrolle ab zum Wasserspender. Wir nehmen immer leere Flaschen mit ins Handgepäck. Die füllen wir dann am Flughafen mit Wasser auf, um auf dem Flug ausreichend zu trinken. Das ausreichende Wasser hält uns einfach deutlich munterer – auch, wenn wir häufig auf Toilette müssen. Wir trinken noch einen Flat White am Flughafen und dann geht es ab zum Gate. Der Flieger startet pünktlich und binnen kürzester Zeit sind wir um 15:10 Uhr in Frankfurt.

Zeit überbrücken in Frankfurt

Nun haben wir jede Menge Zeit. Der Weiterflug ist erst um 20:10 Uhr. Ich bin öfters in Frankfurt und liebe die Käsespätzle am Flughafen. Laura und ich schlagen uns also den Bauch voll und haben dabei eine tolle Aussicht auf das Rollfeld. So eine geile Portion Käsespätzle ist schon was feines und macht pappsatt. Denn, wenn es eins gibt, bei dem mir regelmäßig ganz anders wird, dann ist es das Flugzeugessen. Auf einem Rückflug aus New York wurde mir sogar so schlecht bei dem Gedanken, dass ich lieber nichts gegessen habe und mich stattdessen schlafen gelegt habe. Während mir die Gedanken im Kopf herum schwirren, vergeht die Zeit – Achtung Wortwitz – wie im Fluge.

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Käsespätzle mit Aussicht am Frankfurt Flughafen

Wir schnappen uns also unsere Rucksäcke und wechseln das Terminal. Aktuell ist der Zug zwischen den Terminals gesperrt, weshalb wir uns erst einmal zurechtfinden müssen. Es gibt scheinbar einen Ersatzbus, der jedoch außerhalb des Sicherheitsbereiches abfährt. Wir haben mittlerweile auch bei Air Namibia online eingecheckt und den Barcode auf dem Handy. Wir kommen mit dem Bus am Terminal an und gehen durch die Sicherheitskontrolle. Naja, zumindest ich. Laura steckt fest. Irgendwie funktioniert ihr Barcode ist. Ich gebe ihr mein Handy über die Absperrung, denn ich hatte glücklicherweise beide Tickets gespeichert – dafür kassiere ich böse Blicke des Sicherheitspersonals. Es klappt, ich muss also nicht alleine fliegen…

Wir haben noch etwas Zeit, trinken also noch einen Kaffee und dann geht es ab zum Gate. Und da kennen wir das Spiel schon, dass wir uns am Schalter melden müssen. Dort erhalten wir das korrekte Ticket, mit dem wir durch die Kontrolle gehen können. Wir haben es geschafft und sitzen im Flieger. Ziemlich lässig, denn wir haben uns eine Zweierreihe vorab gesichert. Mittlerweile ist es kurz nach 20 Uhr und wir sind schon jetzt tot müde. Warum auch immer. Abflug, einschlafen und da sind wir – welcome to Namibia!

Wir sind in Namibia angekommen!

Die Einreise geht problemlos, auch wenn ich etwas unfreundlich angeranzt wurde. Aber hey, wir haben ein riesiges Abenteuer vor uns und das startet genau jetzt! Wir werden durch die Wildnis Botswanas auf eigene Faust fahren. Einfach krass… Wir holen unsere Reisetaschen – dieses Mal sind auch beide angekommen – und warten dann im Flughafengebäude auf unseren Fahrer. Das dauert eine Weile, also gönnen wir uns noch einen Kaffee.

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Angekommen am Flughafen Windhuk

Während wir Deutschen es ja manchmal mit der Political Correctness sehr genau nehmen (also viele, manche auch nicht), hat der Mann an der Kaffeestation einfach nur gute Laune. Laura sagt, dass wir gerne zwei Kaffee hätten – ohne Milch. Er grinst und sagt: “ah, you want your coffee black… black like me!” und lacht lauthals los. Schön irgendwie, wenn sich Menschen nicht so ernst nehmen und einfach Freude am Leben haben. Während wir weiter auf den Fahrer warten, besorge ich noch schnell eine SIM-Karte am Schalter von mtc und hole Bargeld für die ersten Tage. Wir finden eine SIM-Karte praktisch, um – sofern Empfang ist – im Notfall telefonieren zu können. Das Handynetz ist im Übrigen genau so löchrig, wie das deutsche Netz.

Der Fahrer kommt und bringt uns direkt zur Autovermietung. Dort angekommen sehen wir den Toyota Land Cruiser schon auf uns warten. Wow, was für eine mega Karre. Wenn die uns nicht durch die Wildnis bringt, was dann?! Wir klären die Formalitäten, bekommen eine ausgiebige Einweisung und dann geht es auch schon los. Der Mitarbeiter fährt mit uns noch zur umliegenden Tankstelle, um das Auto voll zu tanken. Dann übernehme ich. Ich freue mich schon die ganze Zeit, dieses riesige Monster in Bewegung zu setzen.

Einkaufen bei Spar – fast wie zuhause

Wir fahren erst einmal zur Mall, um Lebensmittel einzukaufen. Wir entscheiden uns für “The Groove Mall”, denn dort waren wir schon das letzte Mal und haben sie als ziemlich sicher wahrgenommen. Dort gibt es auch einen Spar Supermarkt, der eigentlich alles hat, was wir brauchen – vor allem vieles von Gut & Günstig, was uns immer wieder überrascht. Laura hatte schon in Deutschland eine Einkaufsliste geschrieben, damit wir den Ersteinkauf schnell hinter uns bringen können. Es ging tatsächlich flott und ruck zuck verlassen wir Spar auch schon mit zwei vollen Einkaufswagen. Einer davon ist voll mit Wasser. Haben ist besser als brauchen – gerade in der Wildnis.

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Einkaufen im SUPERSPAR in The Grove Mall

Wir navigieren uns durch den Linksverkehr zum Hilltop Guesthouse, in dem wir die erste Nacht verbringen werden. Das Guesthouse ist wirklich gemütlich und wir werden liebevoll begrüßt. Man, wir freuen uns einfach, dass die Reise jetzt endlich los geht. Mit einem grinsen im Gesicht werden wir zu unserem Zimmer geführt. Auch das ist gemütlich und sauber. Die Angestellte erklärt uns noch, dass ein Eimer in der Dusche steht, damit das überschüssige Duschwasser später noch für die Blumen genutzt werden kann. Schließlich soll es eines der trockensten Jahre in Namibia sein. Oh man, als wäre die Gegend nicht eh schon trocken genug… wir denken darüber nach, wie glücklich wir uns schätzen können, immer ausreichend Wasser zu haben.

Wir lassen den Abend ausklingen…

Nun haben wir aber auch wirklich jede Menge Hunger. Wie im vorigen Jahr, geht es wieder zu Joe’s Beerhouse. Ein Klassiker unter Touristen. Wir fahren mit dem eigenen Auto durch den Verkehr, auch, wenn wir kurz überlegt haben, ein Taxi zu rufen. Die Taxen sind in Windhuk aber immer so eine Sache. Es gibt sichere und welche, die Touristen irgendwo hin bringen, um sie dann auszurauben. Dann lieber das Land Cruiser Beast in Bewegung setzen und direkt auf dem abgesicherten Parkplatz parken.

Dort passen immer sogenannte Parking-Boys auf das Auto auf – verlangen dafür ein kleines Trinkgeld. Wir glauben zwar nicht daran, dass nur einer von denen unser Auto verteidigen würde, wenn es hart auf hart kommt. Aber wenn sie durch die Trinkgelder wenigstens nicht auf die schiefe Bahn geraten, dann ist das Trinkgeld doch gut angelegt. Man gibt immer so um die 10-20 NAD, was um die 0,60 bis 1 € sind. Vollgefuttert verlassen wir Joe’s Beerhouse nach einem netten Abend und fahren wieder zurück zur Unterkunft.

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Sonnenuntergang am Hilltop Guesthouse

Die Sonne geht langsam unter. Es wird dunkler und die Beleuchtung in Windhuk beginnt schrittweise anzugehen. Wir schnappen uns zwei Stühle und sehen der Sonne beim Untergehen zu.

Wir gehen früh schlafen, denn der Anreisetag war wieder anstrengend. Morgen geht es dann früh los und direkt ab nach Botswana – genauer gesagt nach Ghanzi zur El-Fari Campsite, einem Zwischenstopp bis Maun. Wir sind gespannt, wie der Grenzübergang werden wird… Wir liegen noch eine Weile im Bett. Da sind wir nun. Schön, endlich wieder zurück in Namibia zu sein!

Ein neuer Tag beginnt auf unserer Reise durch Botswana als Selbstfahrer. Wir wachen auf und uns wird erst so richtig bewusst, dass das gerade unsere erste Nacht in Namibia war. Das Gefühl ist komisch, denn irgendwie kreisen bei uns im Kopf die Nächte in der Wildnis herum. Wie wird es wohl das erste Mal das Dachzelt aufzuklappen, während wir Löwen hören? Und wie wird es Abends am Lagerfeuer, wenn wir nur im Schein des Feuers sehen können? Ich schaue zu Laura rüber. Sie ist auch schon wach. Wir beiden grinsen, freuen uns auf das, was kommt. 

Beim Frühstück kommen Erinnerungen hoch

Gestern wurden wir noch bei der Ankunft im Hilltop Guesthouse gefragt, wann wir frühstücken möchten. Nach dem langen Anreisetag mit Übernachtflug haben wir uns mal für 8 Uhr entschieden. Während wir uns also fertig machen, merken wir, wie vor unserem Zimmer bereits das Frühstück aufgebaut wird. Wir gehen aus der Tür und werden schon voller Freude begrüßt. Ich liebe es, wenn eine absolute Lebensfreude von Menschen ausgeht. Und das ist hier definitiv der Fall.

Beim Frühstück kommen Erinnerungen hoch 01
Frühstück am Hilltop Guesthouse in Windhuk

Das Frühstück sieht sehr lecker aus. Es gibt Obstsalat, Brot, Ei und sogar noch einen Nachtisch. Das kam jetzt echt überraschend. Wir mussten nur erst einmal im Kopf klar kommen. Das letzte Mal in Namibia haben wir uns wohl beim ersten Frühstück den Magen verdorben – es lag wahrscheinlich an der Milch, wie wir heute vermuten. Das Ende der Geschichte war, dass wir uns ab Nachmittags die gesamte Nacht immer wieder übergeben haben. Und das nicht zu knapp. Zu zweit im Dachzelt, mitten in der Namib Wüste. Auch ein Erlebnis. Aber auch eins, das wir heute nicht wieder haben wollen. Zurück zum Frühstück: wir haben mutig alles aufgegessen und es war unfassbar lecker!

Nach dem Frühstück haben wir dann direkt unser Gepäck in das Auto eingeladen. Heute wird der Tag lang. Es steht uns eine lange Strecke bevor inklusive Grenzübertritt nach Botswana. Wir verabschieden uns noch von den Menschen am Guesthouse und machen uns auf den Weg.

Uns kreisen Gedanken auf dem Weg nach Botswana durch den Kopf

Wir haben uns vorab noch die Google Maps Offline-Karten heruntergeladen, um damit navigieren zu können. Für die Hauptstraßen funktioniert Google Maps tatsächlich sehr gut – sowohl in Namibia, als auch in Botswana. Bei den Nebenstraßen hört es dann aber auch schnell auf. 

Wir sind mittlerweile auf dem Highway. Es geht raus aus Windhuk. Wir fahren an einem Checkpoint vorbei, den es immer mal wieder gibt. Dort gibt es eine kurze Sichtkontrolle – vereinzelt auch mit Kontrolle des Führerscheins und der Fahrzeugpapiere. Geschafft, weiter geht es. Die Strecke zieht sich ziemlich, denn es geht buchstäblich bis zum Horizont nur geradeaus. Links und rechts sieht man Sand, Sand und noch mal Sand. Vereinzelt kann man mal Paviane entdecken.

Während wir fahren, kommen uns wieder die Gedanken vom letzten Jahr in den Kopf. Wir haben auf der Straße einen verunglückten Motorradfahrer entdeckt, der glücklicherweise nur verletzt war und bereits Hilfe bekam. Für uns war der Moment ausschlaggebend, dass wir bei diesem Mal ein Erste-Hilfe-Set aus Deutschland mitgenommen haben. Leider ist die HIV-Rate in Botswana sehr hoch, in Namibia auch ziemlich hoch. Es kann also nicht schaden, Gummihandschuhe dabei zu haben und desinfiziertes Material zum Versorgen möglicher Wunden. Insgesamt ist ein Erste-Hilfe-Set mit Sicherheit auch nicht verkehrt, sollte es zu einer Notfallsituation in der Wildnis für uns kommen. Wir unterhalten uns noch eine Weile über diesen Unfall letztes Jahr und der Schwierigkeit, dass inszenierte Unfallsituationen auch häufig von Kriminellen genutzt werden, um Touristen auszurauben. Das Bauchgefühl ist hier in Namibia und Botswana also mehr gefragt, als wir es vielleicht im Alltag in Deutschland nutzen.

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Die Grenze nach Botswana

Nun sehen wir schon in der Ferne die Grenze. Zumindest eine große Ansammlung von LKWs. Wir bahnen uns den Weg zwischen den LKWs hindurch und entdecken ein Häuschen, das wir mal als Grenzhaus identifizieren. In Deutschland hätten bereits 100 Schilder gestanden, davon mindestens die Hälfte mit Androhungen, wie „bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld von…“ – ach ja, der gute deutsche Schilderwald. Komischerweise klappt es hier auch ohne.

Wir reisen nach Botswana ein…

Wir parken das Auto und gehen in das Gebäude. Dort sehen wir einen langen Tresen, an dem hinter Gitterstäben Menschen sitzen und mit Stempeln und Papier zugange sind. Hier scheinen wir wohl richtig zu sein. Wir fragen, was wir machen müssen, schließlich ist hier nur die Flagge von Namibia zu sehen. Reisen wir hier nur aus? Ein Mann erklärt uns, dass wir einen der weißen Zettel ausfüllen müssen. Die Zettel kennen wir bereits aus dem Flugzeug, dort wurden sie für die Einreise genutzt. Wir suchen vergeblich nach Kugelschreibern. Was soll’s, ich hole welche aus dem Auto und dann füllen wir das Ding schnell aus. Gesagt, getan, alles ausgefüllt, abgegeben, Ausreisestempel bekommen und fertig sind wir. 

Dann kommt uns plötzlich der Gedanken in den Kopf: ok, jetzt sind wir aus Namibia ausgereist, in Botswana aber nicht eingereist. Hmmm. Und wo geht das jetzt? Da das Grenzhäuschen das einzige Gebäude ist, setzen wir uns in das Auto und fahren einfach mal weiter. Wir werden schon irgendwo aufgehalten werden, wenn wir etwas verpasst hätten. Es geht um ein paar Kurven und plötzlich sehen wir ein Gate, daneben ein Gebäude. Kein Schild, keine Fahne, nichts. Nun gut, gehen wir mal rein. Wir sehen schon jede Menge Afrikaner in dem Haus verschwinden und nicht wieder heraus kommen. Ein Indiz für eine Behörde, denn schnell geht das darin ja irgendwie nie. 

Tatsächlich scheint das die Behörde für die Einreise nach Botswana zu sein. Wir fragen uns mal wieder durch und bekommen erklärt, was wir machen müssen. In erster Linie: anstellen. Na gut, das können wir, hey, wir sind Deutsche – easy. Auch hier müssen wir einen Zettel ausfüllen – dieses Mal für die Einreise. Es gibt dann noch eine Passkontrolle, einen Einreisestempel und dann dürfen wir auch schon bezahlen – auch mit Kreditkarte. Hier zahlt man für das Auto und für die Einreise selbst. Ready to go, wir sind eingereist. Welcome to Botswana!

Es geht zurück zum Auto und durch ein Tor. Das Tor wird von eine Polizistin bewacht, die die Papiere für das Auto kontrolliert und einkassiert. Eigentlich kommt jetzt die Fahrt durch ein Jauchebecken, in dem Chemikalien Krankheitserreger von den Autoreifen und unseren Schuhen entfernen sollen. Aber das Becken ist trocken. Ich finde es ja sowieso relativ unlogisch. Die getragenen Schuhe werden desinfiziert, aber die anderen Schuhe im Kofferraum nicht. Na ja, sie werden schon wissen, was sie tun…

Tanken und Geld abheben in Ghanzi

Es geht nun endlich weiter in Botswana. Wir sehen jede Menge Esel am Straßenrand. Ich mag Esel, denn die haben wenigstens ihren eigenen Kopf – was andere ja als stur bezeichnen. Es sind halt keine angepassten Tiere. Ich kann mich irgendwie mit ihnen identifizieren – nicht, dass da Parallelen wären.

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Jede Menge Esel am Straßenrand

Wir fahren nun zur El-Fari Campsite nach Ghanzi. Die Stadt liegt auf dem Weg nach Maun. Wir müssen langsam sowieso tanken und beschließen, dann auch direkt Geld abzuheben. Ich frage einen Mann an der Tanke, wo der nächste Geldautomat ist. Der soll kurz um die Ecke sein, das passt ja. Nach dem Tanken fahren wir also direkt dort hin. Laura wartet im Auto – wenn es geht, dann ist es schon empfehlenswert, wenn das Auto nicht unbedingt aufgebrochen werden soll. Ich laufe also umher und suche den Geldautomaten. Ich finde die Bank, vor der eine große Gruppe Afrikaner abhängt. Hier ist also der Treffpunkt für Jugendliche, auch gut. Ich gehe also zum Automaten und verzweifle. Keine Ahnung wieso, aber ich bekomme kein Geld. Ich frage also eine, ob sie mir mal helfen kann. Sie zeigt mir, wie es geht und verdünnisiert sich höflich, als es um die Pin-Eingabe ging. Und da kommt auch schon das Geld, tip top! Das hat geklappt. Ich bedanke mich und mache mich auf den Weg zum Auto.

Angekommen auf der El-Fari Campsite

Zurück am Auto geht es dann weiter zur Campsite. Dort werden wir schon liebevoll erwartet. Eine Frau nimmt uns in Empfang, während ihr Mann schon mal Feuerholz mit seiner Schubkarre zum Platz fährt. Das Feuerholz ist kostenlos, der Platz super schön gelegen mit Abstand zum nächsten Camper und saubere, moderne Waschhäuser gibt es auch. Es ist noch ein weiteres Paar auf der Campsite, ansonsten gähnende Leere. Wir machen uns noch schnell etwas zu essen und fallen dann tot müde ins Bett. 

Nach einer sehr langen Nacht – wir haben den Schlaf echt gebraucht – stehe ich schon mal auf. Die Sonne taucht den ganzen Platz in goldenes Licht. Ich höre Geräusche von Vögeln, die Erinnerungen an Namibia aus dem letzten Jahr hochkommen lassen. Alles wirkt so friedlich. Und ich bin voller Vorfreude auf das, was uns noch alles in Botswana erwartet.

Nicht schon wieder…

Laura liegt noch im Dachzelt. Sie hat Kopfschmerzen und schlecht ist ihr auch. Da kommt mir in den Kopf: hatte ich nicht morgens noch darüber nachgedacht, dass wir uns letztes Jahr in Namibia nach dem Frühstück tierisch übergeben mussten?! Nicht schon wieder… Bestandskontrolle bei mir: alles gut, fühle mich fit, läuft! Sehr gut, dann kann ich mich wenigstens um Laura kümmern.

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Der erste Morgen in Botswana

Laura mag weder Kaffee noch Baked Beans, die ich gerade über dem Feuer mache. Das erste Frühstück in Botswana verbringe ich also mit mir selbst. Ich denke viel über die kommende Tage nach, habe einen Gewissen Respekt vor der Wildnis, der sich mit absoluter Freude mischt. 

Nach dem Frühstück packe ich zusammen, während sich Laura im Waschhaus langsam fertig macht. Ich putze auch noch mal flott die Zähne und dann geht es los. Laura ist mit einer Kopfschmerztablette versorgt und der Weg bis Maun ist nicht weit. Wir haben noch etwas gegen Übelkeit dabei, der Joker sozusagen, wenn gar nichts mehr geht. Laura versucht es aber erst einmal ohne.

Wir starten den Motor. Maun, wir kommen!


Die erste Nacht in Botswana liegt bereits hinter uns. Wir haben in Ghanzi auf der El-Fari Campsite übernachtet. Laura hat Kopfschmerzen und dadurch ist ihr auch schlecht. Nicht die besten Voraussetzungen, um heute nach Maun zu fahren. Die gute Nachricht ist aber, dass die Strecke kurz wird. Um 9:45 Uhr verstaue ich die letzten Teile im Auto, setze Laura auf die Beifahrerseite und starte den Motor. Maun wir kommen!

Los geht es nach Maun, der letzten Station vor der Wildnis

Wir fahren über Sandpisten wieder zurück auf die Teerstraße, die direkt nach Maun führt. Laura macht soweit eine guten Eindruck, die Fahrt ist entspannt und ich kann einige Tiere am Straßenrand entdecken. Ich denke darüber nach, wie es bald in der Wildnis wird. Wir werden dort zwischen jeder Menge Wildtieren im Zelt schlafen und abends am Lagerfeuer sitzen, während wir es im Busch rascheln hören. Am Tage werden wir Essen zubereiten, mal ein Buch lesen oder uns unterhalten. Dabei werden wir ja aber nicht durchweg um uns herum schauen können, ob ein Tier in der Nähe ist – mal abgesehen davon, dass die Sinne der Tiere uns Stadtmenschen ohnehin überlegen sind. Auf der anderen Seite ruft die Wildnis mit ihrer Ruhe, den atemberaubenden Sonnenuntergängen und jeder Menge Tiere, die uns sehr berühren werden…

Meine Gedanken brechen abrupt ab, als ich einen Check Point sehe. Um 10:20 Uhr sind wir im Ghanzi District angekommen und werden angehalten. Ein Officer kommt an die Fahrerseite und fragt mich, wo wir hin wollen und verlangt unsere Papiere. Er möchte einmal den Führerschein sehen – der deutsche nationale Führerschein reicht ihm – und die Fahrzeugpapiere, die wir von unserem Vermieter bekommen haben. Er geht einmal um das Auto herum, schaut ein wenig streng, gibt uns dann aber mit einem Lächeln die Papiere zurück und wünscht eine gute Weiterfahrt. 

Kurz darauf kommen wir auch direkt am nächsten Gate an. Dieses Mal an einem Vet Gate. Die Vet Gates sind Kontrollpunkte, an denen sämtliches Frischfleisch konfisziert wird, sofern gerade Krankheiten umgehen. Botswana möchte verständlicherweise verhindern, dass Krankheiten in die Wildnis ein- und ausgeschleppt werden. Wir haben dafür natürlich volles Verständnis, wahrscheinlich aber auch, weil wir kein Frischfleisch dabei haben. Wir werden freundlich durch gewunken. Wahrscheinlich gibt es aktuell kein Problem mit Krankheiten. Es ist auch ziemlich heiß und trocken – der letzte Regen ist wohl schon einige Zeit her.

Rundreise Namibia Botswana Reisebericht: Das haben wir erlebt! 9
Sandpisten in Maun vor dem Audi Camp

Noch vor dem Mittag kommen wir in Maun an. Eine verhältnismäßig großen Stadt in Botswana. Ich habe noch während der Reise ein Buch gelesen, in dem Maun beschrieben wird, bevor es eine Teerstraße gab. Eine echte Safari-Stadt mit Pubs, Tankstellen und jeder Menge Haudegen, die in die Wildnis wollen. Heute gibt es große Supermärkte, einen Flughafen und viele kleine Geschäfte und Straßenstände. Wer jetzt allerdings denkt, dass die Stadt groß ist, der sollte sich eher eine Kleinstadt in Deutschland vorstellen, um einen ungefähren Vergleich zu bekommen. 

Wir rollen also durch die Stadt, auf dem Weg zum Audi Camp, auf dem wir zwei Nächte verbringen werden. Weil heute Sonntag ist und die Behörden geschlossen haben, haben wir zwei Tage für Maun eingeplant. Wir brauchen noch Permits, um in die Wildnis fahren zu dürfen. Die Einfahrt durch die Gates ist reguliert und auf eine bestimmte Anzahl Personen und Fahrzeuge beschränkt. Wir finden es richtig gut, dass die Natur verhältnismäßig geschützt wird, indem die Menge von menschlichen Eindringlingen begrenzt wird. 

Ich mache mir Gedanken

Wir kommen am Audi Camp an und checken ein. Alles geht super einfach. Laura hat leider immer noch Kopfschmerzen und legt sich erst einmal für einen Mittagsschlaf hin. Eigentlich wollten wir ihr die Hängematte an die Bäume hängen, aber dann hätte sie ihr Bett mit rund tausend Ameisen teilen müssen. Sie entscheidet sich dann doch für die Rückbank im Auto.

Ich nutze die Zeit und lese noch mal ein wenig zu den kommenden Tagen im Moremi und Chobe. Meine Gedanken kreisen. Bei einigen Dingen weiß ich einfach nicht, wie es wird, auch wenn ich nicht wirklich Angst spüre. Was mich aber tatsächlich beschäftigt ist, wie es wird, wenn uns auf den Tiefsandstraßen Elefanten entgegenkommen. Die Straßen sind nun ja sicherlich auch besonders trocken und durch den fehlenden Regen sehr weich. Und so, wie ich die Wege auf Fotos gesehen habe, sind sie sehr kurvig und liegen zwischen Büschen.

Es wird also nicht immer möglich sein, nach vorne zu schauen. Was machen wir also, wenn plötzlich ein Tier auf dem Weg steht, sich bedroht fühlt und wir uns beim Rückwärtsfahren fest fahren? Die Gedanken kreisen durch meinen Kopf, aber ich beschließe, mir die Situation bewusst, aber mich nicht verrückt zu machen. Ein gesunder Respekt vor dem, was kommt, gehört wohl dazu – beschließe ich.

Plötzlich steht Laura neben mir. Sie hat ungefähr zwei Stunden geschlafen und fühlt sich nun etwas besser. Zumindest bereit, um noch einmal einkaufen zu fahren. Ein Spar Supermarkt soll bis 16 Uhr auf haben – jetzt ist es 14:30 Uhr. Wir machen uns also auf den Weg, um ein paar Dinge für heute Abend – vor allem eine Spülbürste, die wir beim letzten Mal vergessen hatten – einzukaufen. Der Weg war einfach, beim Einkaufen haben wir uns sicher gefühlt und waren kurzerhand auch schon wieder auf dem Rückweg.

Zufriedenheit hat nichts mit Geld zu tun

Wir halten an der Straße und kaufen bei einem älteren Mann noch Feuerholz. Als wir anhalten, springt er uns schon förmlich entgegen. Er trägt einen Anzug und kommt sehr freundlich mit einem Lachen auf uns zu. Man muss sich dieses Bild einmal vorstellen: ein älterer Mann mit Anzug und Schlappen sitzt auf einem Plastikstuhl mitten im staubigen Sand – mit der Hoffnung, dass jemand hält und ihm etwas Holz abkauft. Ziegen laufen umher, die scheinbar auch zu ihm gehören.

Wir steigen aus, sagen ihm, dass wir gerne zwei Pakete Holz hätten. Er rennt direkt los und will uns das Holz zum Auto bringen. Ich fühle mich irgendwie nicht gut dabei und will ihm das Holz abnehmen. Er scheint wirklich alt zu sein. Er ließ sich aber nicht abbringen. Ich glaube, das hatte irgendwie etwas mit Stolz und seiner Vorstellung von Kundenservice zu tun. Man muss es sich mal vorstellen: 10 Scheite Holz (2 Pakete) kosten zusammen 20 Pula, also circa 2 Euro. Für ihn offensichtlich jede Menge Geld. Wir geben ihm etwas mehr und er freut sich übermäßig darüber. Natürlich hätten wir das Holz auch bei Spar kaufen können, aber genau diese Momente machen für uns das Reisen in andere Kulturen aus. Wir winken noch, lachen ihm zu und fahren weiter zu unserem Camp.

Unsere geräumige Campsite

Der Platz ist echt groß und staubig. Der Boden besteht aus Sand, der durch den Wind immer wieder umher gewirbelt wird. Wir haben uns für einen Platz mit Strom entschieden, um noch einmal alle Akkus aufzuladen. Es gibt auch noch eine Sitzbank mit Tisch, eine Feuerstelle mit Rost und saubere Waschhäuser. Vorne an der Rezeption gibt es auch einen Pool und eine Bar mit WLAN.

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Das Audi Camp in Maun

Wir machen erst einmal Feuer und lassen den Abend ausklingen. Heute gibt es Bratkartoffeln und für beide ein Bier. Wir schauen hoch in den Himmel und sehen jede Menge Sterne, während das Feuer noch vor uns lodert. Das hier ist alles erst der Anfang. Das große Abenteuer steht uns erst noch bevor! Wir nehmen den letzten Schluck Bier und verkriechen uns schon um 20:30 Uhr ins Dachzelt. Morgen wird auch ein toller Tag!

Um 6:30 Uhr klingelt unser Wecker. Laura hat leider immer noch Kopfschmerzen. Die Nacht war sicher, schließlich ist der gesamte Platz mit Stacheldraht eingezäunt und ein Sicherheitsdienst patrouilliert umher. Ich mache uns erst einmal Frühstück, damit Laura noch einmal eine Kopfschmerztablette nehmen kann. Hoffentlich hören die Kopfschmerzen bald mal auf… Es gibt Baked Beans mit Toast und Kaffee – ein Essen, das wir noch seeeeehr oft essen werden. Laura nimmt die Tablette und merkt kurze Zeit später zum Glück die Besserung.

Permits beim Wildlife Department kaufen

Um 10 Uhr fahren wir vom Platz, denn heute steht einiges auf dem Programm: Zu allererst geht es zum Wildlife Department, um die Permits für die Nationalparks zu besorgen. Wir finden das Department erst nicht. Da es direkt beim Gericht und der Polizei ist, laufen dort auch einige zwielichtige Gestalten rum. Wir nehmen, wie immer, den Kamerarucksack und unsere Wertsachen mit. Wir machen immer förmlich eine Zeremonie daraus, wenn wir unsere Sachen nehmen und öffentlich weg tragen. Jeder kann ruhig sehen, dass es sich nicht lohnt, das Auto aufzubrechen.

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Wildlife Department in Maun

Wir gehen nur rund 5 Minuten zum Department. Wir haben gelesen, dass manchmal Touranbieter dort anstehen und eine Weile brauchen, bis sie alles haben, was sie für ihre Gäste benötigen. Aber wir haben Glück und geraten an eine nette Frau, die uns kurzerhand alles ausstellt, was wir brauchen. Laura ist wie immer gut vorbereitet und hat alle notwendigen Unterlagen, wie Buchungsbestätigungen der Campsites, dabei. Während Laura mit ihr alles organisatorische klärt – darin ist Laura definitiv viel organisierter als ich – schaue ich mich um. Ich entdecke überall Fotos der Minister. Alle eingerahmt in prunkvollen Bilderrahmen. Selbst der Fischereiminister thront majestätisch an der Wand. Macht und Status scheinen in Botswana wohl eine große Rolle zu spielen. Laura bezahlt noch per Kreditkarte und dann sind wir nach 10 Minuten auch schon wieder raus und haben alles, was wir brauchen.

Flug über das Okavango Delta reservieren

Weiter geht es zu Kavango Air, denn für heute steht auch ein Flug über das Okavango Delta auf dem Programm. Wir rätseln darüber, ob es wirklich so grün ist, wie man es von Fotos kennt oder ob es genau so trocken ist, wie Maun, da es sehr lange nicht geregnet hat. Wir parken am Flughafen (einem wirklichen kleinen Flughafen), gehen ins Gebäude und werden im ersten Stock fündig: Kavango Air.

Während wir durch die Gänge laufen, sehen wir viele Menschen dort warten – entweder auf ihren eigenen Flug oder auf Gäste, die direkt nach Maun reisen. Wir machen die Tür vom Büro auf und stoßen auf eine sehr nette Frau. Wir fragen nach den Möglichkeiten und sie bietet uns eine private Maschine an, die uns für 350 US$ alleine über die Region fliegen soll. Den Luxus brauchen wir nicht und um 13 Uhr wäre die Maschine los geflogen. Ich möchte sehr gerne das Abendlicht abpassen, um Fotos im schönen Licht machen zu können.

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Kavango Air am Flughafen in Maun

Wir fragen nach Alternativen und bekommen eine „große Maschine“ angeboten, die sich als für uns klein herausstellt: 6 Plätze inkl. Piloten. Jeder hat einen Fensterplatz und der Flug kostet 120 US$ pro Person – Abflug ist um 16 Uhr. Das ist unser Flug, perfekt! Wir schlagen zu und lassen uns noch erzählen, dass wir eine halbe Stunde vorher da sein sollen, um noch durch die Sicherheitskontrolle gehen zu können. Die Gesamtflugzeit wird 45 min lang sein. 

Wir machen uns also wieder auf den Weg. Dieses Mal zum Campingzubehörladen „Kalahari Kanvas“, bei dem wir eigentlich noch ein weitere Lampe kaufen wollen. Wir würden gerne vorne und hinten am Auto eine Lampe aufstellen können, um insbesondere in der Wildnis gut sehen zu können. Leider gab es dort aber eher Zeltzubehör und anderen Schnick-Schnack, den kein Mensch braucht. Wir ziehen also etwas enttäuscht wieder ab. War aber auch gut so, denn später entdecken wir im Auto noch eine Lampe, die ideal für die weitere Reise war. So ist es ja manchmal…

Nachtrag zum Rundflug: Leider haben wir festgestellt, dass Kavango Air keine Rundflüge mehr anbietet. Wir haben andere Anbieter rausgesucht, mit denen du einen Rundflug über das Okavango Delta machen kannst. Die Anbieter sind:

Fleisch bei Beef Boys kaufen

Nächster Stopp: Beef Boys. Ein Geschäft mit einer großen Auswahl an Fleisch und Gemüse – erkennbar an einem geklauten Chicago Bulls Logo. Die Auswahl ist wirklich gut und ich entscheide mich für ein T-Bone-Steak. Wir kaufen noch Kartoffeln und ein Knobibrot, das es heute Abend geben soll. 

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Beef Boys in Maun

Wir haben ein Haustier

Zurück auf dem Platz machen wir noch den Abwasch, bevor es später los geht zum Flug. Während wir abwaschen, besucht uns eine Katze, die uns nicht mehr von der Seite weicht. Erst legt sie sich auf unsere Stühle und schläft – später liegt sie auf dem Dachzelt, als wir losfahren wollen. Warum auch immer springe ich auf das Auto und habe dabei entdeckt, dass sie mittlerweile da oben ist. Als ich sie herunter scheuchen wollte, hat sie aber mal gar keine Anstalten gemacht, den Platz zu räumen. Ich habe sie also kurzerhand genommen und mit runter getragen. 1: 0 für mich, denn sie war ziemlich perplex. Es ist nämlich schon 15:30 Uhr und wir sollten langsam mal los zum Flughafen.

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Katze auf unserer Campsite in Maun

Flug über das Okavango Delta

Wir kommen um 16 Uhr am Kavango Air Büro an, zahlen noch die restliche Gebühr und bekommen gesagt, dass die weiteren Gäste noch eintrudeln würden. Wir gehen also noch eine Weile in das Flughafengebäude, bevor es gleich losgeht. Wobei „gleich“ ist gut, denn es tut sich gar nichts. Die restlichen Passagiere lassen auf sich warten.

Eine halbe Stunde später kommt eine durchmischte Gruppe von jüngeren Leuten an, die offensichtlich die fehlenden Gäste sind. Alle müssen noch einmal aufs Klo und zahlen noch ihren Flug. Rund 30 Minuten später geht es dann also in Richtung Sicherheitskontrolle. Also stell’ dir jetzt nichts besonderes vor. Ich behaupte, die Kontrolle war mehr Schein als Sein. Wir werden dann mit einem kleinen Van zu den Fliegern gebracht. Laura und ich sitzen hinten im Flieger und können so auch hinten hinaus schauen. Es geht los! Man das wird sicher cool.

Rundreise Namibia Botswana Reisebericht: Das haben wir erlebt! 21
Flug über den Moremi ab Maun

Kaum sind wir in der Luft, sehen wir auch schon die ersten Tiere. Jede Menge Elefantenherden, Giraffen, Nilpferde, Nashörner und Antilopen laufen unter uns umher. Wie krass ist das bitte!? Der Blick von oben ist noch einmal ganz besonders, um diese Weite zu verstehen. Man sieht immer wieder kleine Trampelpfade von den Tieren und zweispurige Rillen, die wohl von den Autos sind. Wir sind total begeistert und wissen jetzt schon, dass sich der Flug lohnen wird.

Es geht weiter und wir entdecken plötzlich einen Waldbrand. Die Landschaft ist auch wirklich trocken. Diese grüne Landschaft, die wir auf Fotos gesehen haben, ist da unten nun wirklich nicht. Zeit, dass es bald mal wieder regnet. Die Waldbrände sind wirklich schlimm und viele Tiere verenden in den Flammen. Gleichzeitig liefert der Brand natürlich auch wichtige Nährstoffe für den Boden und die toten Tiere sind dann auch wieder Futter für jede Menge andere Tiere. Ein Kreislauf, der sicherlich sinnvoll ist, aber auf der anderen Seite auch immer echt grausam ist.

Wir drehen und machen uns bereit für den Anflug auf Maun. Um 17:20 Uhr landen wir wieder auf der kleinen Landebahn. Ein wirklich toller Vorgeschmack auf das, was die Tage auf uns zukommen wird. Da unten werden wir schlafen. Mittendrin. Um uns herum Wildtiere und wir gemütlich im Zelt. Ich kann es kaum glauben.

Noch einmal einkaufen und voll tanken

Nach dem Flug fahren wir noch einmal einkaufen und packen Vorräte für die kommenden Tage ein. Es wird keine Möglichkeit geben, einzukaufen oder auch zu tanken. Alles muss daher haltbar sein. Du glaubst nicht, wie viele Dosen Bohnen, Nudeln und Tomatensauce wir kaufen. Aber auch Zutaten für Teig, um mal ein Brot zu backen oder Pizzateig zu machen. Wir wollen es uns gut gehen lassen und die Zeit in der Wildnis genießen.

Nach dem Einkauf fahren wir noch zu einer Tankstelle, um das Auto und die Zusatzkanister aufzutanken. Wir haben insgesamt 170 Liter Diesel dabei – 130 Liter im Tank und Zusatztank und noch einmal 20 Liter pro Zusatzkanister. Den Service an der Shell-Tankstelle in Maun können wir wirklich empfehlen. Unser Auto wurde aufgetankt und ich konnte die Kanister vom Dach heruntergeben. Der Kollege hat sie angenommen, aufgetankt und mir wieder hoch gegeben. Wir zahlen noch und geben ein Trinkgeld, bevor es zurück ins Camp geht.

Rundreise Namibia Botswana Reisebericht: Das haben wir erlebt! 23
Noch mal auftanken, bevor es in die Wildnis geht

Nun sitzen wir hier, machen Feuer und backen das Knobibrot auf. Ein Bier darf natürlich auch nicht fehlen. In unseren Köpfen kreisen die Gedanken. Wie wird es morgen, wenn es wirklich los geht? Unser erstes Camp wird Third Bridge sein. Dafür müssen wir ein ganzes Stück durch den Moremi fahren – mit jeder Menge Tiefsand und Tieren. Man sind wir gespannt, was uns für ein Abenteuer erwarten wird. Wir schauen uns noch einmal an und können in den Gesichtern die Mischung aus Vorfreude und Aufregung sehen. Wir grinsen, prosten uns noch einmal zu und verschwinden dann im Dachzelt. Wildnis, wir kommen!


In diesem Botswana Reisebericht werden noch die Erlebnisse aus dem Moremi und Chobe folgen sowie die Stationen Kasane, Bwabwata im Caprivi-Streifen sowie die Rückreise über Rundu und Waterberg nach Windhuk…

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