Wer seit 2006 mal wieder gereist ist, der wird diese Frage an der Sicherheitskontrolle kennen: „Haben Sie Flüssigkeiten dabei?“. Es dürfen maximal 10 Behälter mit jeweils 100 ml Flüssigkeit mit durch die Sicherheitskontrolle geschleust werden. Seit man seine eigenen Wasserflaschen nun nicht mehr mitnehmen kann, explodierten die Preise für Wasser hinter der Sicherheitskontrolle enorm. Doch es gibt einen Ausweg, um kostenloses Wasser auch hinter der Sicherheitskontrolle zu bekommen. Aber nur für diejenigen, die eine leere Flasche im Handgepäck dabei haben.

Welche Flüssigkeiten dürfen überhaupt noch mit?

Seit November 2006 gelten auf allen Flughäfen der Europäischen Union verschärfte Regelungen für das Mitnehmen von Flüssigkeiten im Handgepäck. Die neuen Vorschriften wurden erlassen, nachdem britische Sicherheitsbehörden nach eigenen Angaben eine geplante Terroraktion vereitelt haben, bei denen Terroristen flüssigen Sprengstoff mit an Board nehmen und zünden wollten. Die Regeln sollten eigentlich für eine Übergangszeit gelten, sind nun aber schon mehr als 10 Jahren in Kraft. Grund ist, dass die Scanner bisher Schwierigkeiten beim Erkennen flüssiger Sprengstoffe haben, sodass diese noch in der Testphase bleiben. Entsprechend bleibt die EU-Richtlinie für Flüge, die innerhalb der EU starten (auch Inlands- und Transitflüge) bestehen. Weitere Länder setzen die Bestimmungen freiwillig mit um.

Im Handgepäck sind in der Übergangszeit Flüssigkeiten in einer Größe von maximal 100 ml erlaubt. Dabei gilt immer die Angabe auf der Verpackung und nicht die tatsächliche Menge im Behälter. Insgesamt darf man dann maximal zehn Fläschchen dabei haben, die dann in einem verschließbaren Plastikbeutel von höchstens einem Liter transportiert werden müssen. Jede Person darf davon maximal einen dabei haben. Während der Sicherheitskontrolle muss dieser Behälter dem Sicherheitspersonal vorgezeigt werden.

Zu den betroffenen Flüssigkeiten zählen sogenannte LAGs (Liquids, Aero­sols und Gels). Dazu zählen Sprays, Gels, Pasten und Mischungen aus flüssigen und Feststoffen. Auch Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Haargel, Cremes, Deos, Parfums, Lotionen aber auch Suppen, Marmeladen oder Honig sowie Sirup und auch – man glaubt es nicht – Leberwurst. Aber hey, wer bitte hat denn auch Leberwurst im Handgepäck dabei 🙂

Wasser im Sicherheitsbereich enorm teuer

Wer nun die zehn Behälter mit jeweils 100 ml durch die Kontrolle gebracht hat, wird so wahrscheinlich kein Trinkwasser transportiert haben und macht sich wohl auf den Weg zum nächsten Shop. Dort wird natürlich Wasser von verschiedenen Herstellern angeboten. Diese sind jedoch in der Regel deutlich teurer, als im normalen Supermarkt. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie viel so simples Wasser kosten kann. Auf der anderen Seite bekommt man auf Langstreckenflügen aber auch zu wenig Wasser, als dass man darauf verzichten möchte, welches zu kaufen.

Nalgene: Leere Flasche im HandgepäckLeere Flasche im Handgepäck verstaut

Dieses Problem ist auch den EU-Kommission in Brüssel bekannt. Der europäische Flughafendachverband ACI empfiehlt daher den Flughafenbetreibern, auch nach der Sicherheitskontrolle Wasser in der Menge von 0,5 l für einen Euro anzubieten. Einige Betreiber halten sich auch schon heute daran – andere aber eben nicht. Und selbst wenn es am Flughafen günstiges Wasser gibt, ist dieses häufig auch noch schwer zu finden. Die Kette Heinemann bietet an vielen Flughäfen – darunter auch am Frankfurter Flughafen – Wasser für einen Euro je 0,5 l an.

Leere Flasche im Handgepäck und kostenlos Wasser abfüllen

Schon viele Jahre gibt es auch ohne das 1-Euro-Wasser einige Sparfüchse. Sie nehmen sich eine leere Flasche im Handgepäck mit und füllen diese bei den Toiletten auf. Klar, das Wasser hat in Deutschland Trinkwasserqualität, aber appetitlich sehen die Sanitäranlagen häufig nicht aus.

An vielen Flughäfen gibt es daher mittlerweile auch Trinkwasserspender im Sicherheitsbereich, aber außerhalb der Toiletten. Wer die Augen offen hält, kann diese ausmachen. In Hamburg gibt es beispielsweise sowohl auf dem Weg nach links, als auch nach rechts hinter der Sicherheitskontrolle jeweils einen Wasserhahn. Dort wird Wasser in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „Hamburg Wasser“ angeboten.

Wir haben uns für die längeren Flüge daher schon vor einiger Zeit wiederbefüllbare Flaschen gekauft. Das schont die Umwelt und gleichzeitig auch den Geldbeutel. Bei uns fiel die Wahl damals auf die Flaschen von Nalgene. Sie sind äußerst stabil, haben kein BPA (wirkt hormonähnlich) und es gibt sie in kompakter 1l-Größe. Wir empfehlen die Nalgene Everyday 1 L. Die nutzen wir seither auch für Tagesausflüge. Echt praktisch.

Leere Flasche im Handgepäck auch bei Wanderung sinnvollLeere Flasche im Handgepäck und später auf dem Tisch

Diese Flaschen haben wir nun immer als leere Flasche im Handgepäck dabei und füllen sie mehrfach auf, auch weltweit. Wir konnten schon in diversen Ländern Abfüllstationen für Trinkwasser entdecken – selbst in Bangkok.

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