Vorbereitung auf die Wildnis in Botswana

In diesem Artikel wollen wir dir über unsere Vorbereitung auf die Wildnis in Botswana erzählen. Drei Wochen sind wir mit einem Toyota Land Cruiser gereist. Wir haben viele schöne Momente erlebt und vor allem unsere Tour durch das Moremi Game Reserve und den Chobe Nationalpark haben uns nachhaltig schwer beeindruckt.

Insgesamt sind wir neun Nächte in den beiden Parks gewesen. Für uns ist das eine unheimlich tolle und intensive Zeit gewesen, in der wir weder die Möglichkeit gehabt haben einzukaufen, noch zu tanken. Eine Reise nach Botswana, vor allem wenn man die Nationalparks und Game Reserves auf eigene Faust bereisen möchte, bedarf einiges an Planung. Wir schreiben in diesem Beitrag über vier Themen, die uns vor der Reise besonders beschäftigt haben.

Navigation in Botswana und den Parks

Als erstes starten wir mit dem Thema Navigation. Wir haben bereits vor Reisebeginn recherchiert, wie groß die Distanz und die Reisezeit zwischen den jeweiligen Camps ist. Da es in den Parks Moremi und Chobe nur Sandpisten und viele Tiefsand-Passagen gibt, ist es für uns vor allem dort wichtig gewesen zu wissen, wie lange wir für die Etappen brauchen.

Wenn Du mehr über die einzelnen Etappen und Streckenbeschreibungen unserer Botswana Route in Kombination mit Namibia lesen möchtest, schau dir doch mal den verlinkten Artikel an.

Vorbereitung auf die Wildnis in botswana mit verschiedenen karten

Zur Planung der Route und Fahrstrecken eignen sich die Tracks4Africa Maps (Papierkarten) hervorragend. Wir haben sie für Namibia und Botswana. Die Karten enthalten Zeitangaben und Distanzen zu allen Strecken außerhalb der Parks, egal ob es sich um eine Schotter-, Sand- oder Teerstraße handelt. Für den Moremi, Khwai und Savuti gibt es in der Karte zum Beispiel detaillierte Karten, jedoch ohne Zeitangabe.

Für die Planung in den Parks haben wir den Iwanowski Reiseführer Botswana Okavango & Victoriafälle genutzt. Im Reiseführer werden die Hauptstrecken mit Kilometerangabe beschrieben.

In Botswana haben wir uns die Tinkers Map für den Moremi und Chobe Nationalpark gekauft. Die Maps enthalten alle Wege, die man auf den Game Drives befahren kann. Dazu gibt es die Distanzangabe und GPS-Daten zu einzelnen Punkten. Die Maps kann man in vielen Shops in Botswana kaufen und seit neustem auch im Shop von Tracks4Africa.

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Kartenmaterial für die Routenplanung

GPS-Karten für Botswana

Zur Orientierung wollten wir uns nicht ausschließlich auf Papierkarten bzw. auf eine Quelle verlassen. Für die Ortung haben wir uns Google Maps Offline-Karten der entsprechenden Regionen heruntergeladen. Uns ist im Voraus klar gewesen, dass Google Maps uns nicht alle wichtigen Wege anzeigen wird. Die Offline Karte sollte nur in einer Notfall-Situation helfen können. Denn mit unserem Toyota Land Cruiser von Bushlore, haben wir ein Navi mit einer GPS-Karte von Tracks4Africa gemietet. Der Supergau passierte dann, als wir am South Gate festgestellt haben, dass wir das Navi von Bushlore ohne Tracks4Africa Karte ausgehändigt bekommen haben.

Die Fahrt zu unserer ersten Campsite Third Bridge ist für uns sehr abenteuerlich gewesen. Teilweise führen enge Wege mit dichter Vegetation durch Tiefsand und immer wieder kreuzen Elefanten unseren Weg. Wir sind zwar trotz der fehlenden GPS-Karte nicht verloren gegangen, für die Navigation in den Parks mussten wir jedoch erst einmal ein Gefühl bekommen. Wie überwältigen der erste Tag in der Wildnis gewesen ist, kannst Du dir auch in unserem Vlog auf YouTube ansehen.

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Luftrettung mit Okavango Air Rescue

In der Vorbereitung auf die Wildnis in Botswana haben wir uns für eine Mitgliedschaft bei der Okavango Air Rescue (OAR) entschieden. Die OAR wurde 2011 von Schweizer Ärzten in Maun gegründet, mit dem Ziel eine Luftrettung in entlegene Gebiete Botswanas aufzubauen. Seitdem muss die OAR durchschnittlich 2x im Monat für Rettungsflüge ausrücken. Da wir Campsites für insgesamt neun Nächte im Moremi und Chobe gebucht haben, haben wir uns für eine Mitgliedschaft entschieden.

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Die unberührte Landschaft des Okavango Deltas

Der Hintergrund ist, dass unsere Auslandskrankenversicherung nicht die Möglichkeit hat, uns in einem Notfall aus den schwer zugänglichen Regionen zu bergen und schnell helfen zu können. Da wir eine recht lange Zeit in den Parks unterwegs gewesen sind, haben wir uns vor Reisebeginn bei OAR registriert. Wichtig zu wissen ist, dass die Luftrettung nur für Mitglieder fliegt, da die Flüge durch die Mitgliedsbeiträge finanziert werden. Die Mitgliedschaft für ein Jahr beträgt ca. 180 € pro Person. Die Anmeldung funktioniert ganz einfach und unkompliziert über die Homepage der Okavango Air Rescue.

Nach Zahlungseingang haben wir einen Mitglieder-Ausweis zum Ausdrucken per Mail erhalten. Zum Glück mussten wird die Luftrettung nicht in Anspruch nehmen. Die Kosten für die einjährige Mitgliedschaft sind relativ hoch und man muss für sich abschätzen, ob man die Luftrettung als sinnvoll erachtet. Wir sehen es so: wir sind froh, dass wir die Luftrettung nicht in Anspruch nehmen mussten und dennoch die OAR unterstützt haben. Neben den Touristen sollen nämlich vor allem auch die Einheimischen die Möglichkeit erhalten, in den entlegenen Gebieten im Notfall medizinisch versorgt werden zu können. Einheimische zahlen übrigens einen geringeren Beitrag als Touristen, was wir als fair empfinden.

Lebensmittel und Wasser-Vorräte aufstocken

In Maun haben wir speziell für die kommenden Tage in den Wildnisgebieten unsere Vorräte aufgestockt. Viele Konserven und haltbare Produkte haben wir im Supermarkt eingekauft. Die Supermärkte in Botswana sind meist gut ausgestattet, so dass man alles Notwendige bekommt. Wo Du in Maun zum Beispiel gut Fleisch einkaufen kannst, das kannst Du in unseren Tipps für Maun nachlesen.

Für unseren Großeinkauf haben wir uns für jeden Tag ein Gericht überlegt und die Zutaten dafür auf unseren Einkaufszettel geschrieben. Dann haben wir für den Notfall einfach noch etwas aufgestockt, damit wir eine großzügige Reserve haben oder auch mal anderen Reisenden aushelfen könnten. Wenn Du noch etwas Inspiration für Camping Rezepte brauchst, schau mal hier.

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Kochen über dem Lagerfeuer

In Botswana haben wir in den Supermärkten die 5 Liter Wasserkanister gekauft. Für unsere Tour durch den Moremi und Chobe haben wir für jeden Tag 5 Liter pro Person eingeplant. So haben wir zum Trinken, Kaffee-Zubereitung und für einen möglichen Notfall genug dabei gehabt. Als wir in Kasane angekommen sind und wieder Einkaufsmöglichkeiten gehabt haben, haben wir übrigens noch Wasserkanister über gehabt.

Auf den Campsites Third Bridge und Savuti hat es zu unserer Überraschung jeweils einen kleinen Shop gegeben. Dass man dort verlässlich etwas bekommt, darauf würden wir uns aber lieber nicht verlassen. Unser Motto ist definitiv folgendes gewesen: lieber haben, als brauchen. Wenn dann am Ende der Reise etwas überbleibt, freuen sich andere Reisende oder Einheimische über die Produkte.

Ausstattung unseres Fahrzeugs

Bei der Ausstattung unseres Fahrzeugs ist es uns wichtig gewesen, dass wir zwei zusätzliche Jerry Cans (Dieselkanister) mit anmieten konnten. Mit den beiden Jerry Cans haben wir zu den 130 Litern (inkl. Zusatztank) zusätzlich 2x 20 Liter zur Verfügung gehabt. Das gab uns ein gutes Gefühl, schließlich gibt es im Moremi und Chobe viele Tiefsandpassagen, auf denen das Auto mehr verbraucht, als wir es typischerweise gewohnt sind.

Auch ein Satellitentelefon haben wir zusätzlich mit angemietet, da die Netzabdeckung in vielen Regionen nicht sehr gut ist.

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Die zusätzlichen Jerry Cans

Das übrige Equipment, wie zwei zusätzliche Reifen und Highlift-Jack, um einen Reifen wechseln zu können, gehören bei Bushlore zur Grundausstattung der Fahrzeuge. Ebenso zählen Sandmatten und Spaten, um uns wieder freizuschaufeln, wenn wir stecken bleiben, dazu.

Uns ist darüber hinaus auch noch wichtig gewesen, dass unser tägliches Equipment, wie Koch-Geschirr und Lebensmittel, schnell zur Hand sind. Durch die praktische Küchenzeile haben wir Besteck oder Gewürze schnell griffbereit gehabt. Eine zusätzliche Schublade im hinteren Teil des Fahrzeugs war besonders praktisch, um Lebensmittel zu verstauen. Auch der Dutch-Oven hatte in der Schublade noch Platz. Wir haben den Ausbau des Fahrzeugs als sehr praktisch empfunden. Auf unserer Namibia Rundreise im Jahr zuvor, haben wir einen Hilux mit vier Boxen im Canopy für Geschirr und Lebensmittel gemietet. Das funktioniert auch, allerdings ist es mit mehr schieben und stapeln der Boxen verbunden.

Die Küchenzeile des Fahrzeugs
Die Küchenzeile des Fahrzeugs
Das waren unsere Tipps, um optimal auf eine Reise in die Wildnis Botswana vorbereitet zu sein. Planst Du auch eine Reise nach Botswana? Erzähl uns doch mal Kommentaren von deiner Vorbereitung auf die Wildnis in Botswana!

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