Wir reisen nach Botswana ein…

Beim Frühstück kommen Erinnerungen hoch 05

Hast Du schon Teil 1 unseres Botswana-Reiseberichts gelesen? Falls nicht, dann findest Du ihn hier: Das Abenteuer beginnt.

Ein neuer Tag beginnt auf unserer Reise durch Botswana als Selbstfahrer. Wir wachen auf und uns wird erst so richtig bewusst, dass das gerade unsere erste Nacht in Namibia war. Das Gefühl ist komisch, denn irgendwie kreisen bei uns im Kopf die Nächte in der Wildnis herum. Wie wird es wohl das erste Mal das Dachzelt aufzuklappen, während wir Löwen hören? Und wie wird es Abends am Lagerfeuer, wenn wir nur im Schein des Feuers sehen können? Ich schaue zu Laura rüber. Sie ist auch schon wach. Wir beiden grinsen, freuen uns auf das, was kommt. 

Beim Frühstück kommen Erinnerungen hoch

Gestern wurden wir noch bei der Ankunft im Hilltop Guesthouse gefragt, wann wir frühstücken möchten. Nach dem langen Anreisetag mit Übernachtflug haben wir uns mal für 8 Uhr entschieden. Während wir uns also fertig machen, merken wir, wie vor unserem Zimmer bereits das Frühstück aufgebaut wird. Wir gehen aus der Tür und werden schon voller Freude begrüßt. Ich liebe es, wenn eine absolute Lebensfreude von Menschen ausgeht. Und das ist hier definitiv der Fall.

Beim Frühstück kommen Erinnerungen hoch 01
Frühstück am Hilltop Guesthouse in Windhuk

Das Frühstück sieht sehr lecker aus. Es gibt Obstsalat, Brot, Ei und sogar noch einen Nachtisch. Das kam jetzt echt überraschend. Wir mussten nur erst einmal im Kopf klar kommen. Das letzte Mal in Namibia haben wir uns wohl beim ersten Frühstück den Magen verdorben – es lag wahrscheinlich an der Milch, wie wir heute vermuten. Das Ende der Geschichte war, dass wir uns ab Nachmittags die gesamte Nacht immer wieder übergeben haben. Und das nicht zu knapp. Zu zweit im Dachzelt, mitten in der Namib Wüste. Auch ein Erlebnis. Aber auch eins, das wir heute nicht wieder haben wollen. Zurück zum Frühstück: wir haben mutig alles aufgegessen und es war unfassbar lecker!

Nach dem Frühstück haben wir dann direkt unser Gepäck in das Auto eingeladen. Heute wird der Tag lang. Es steht uns eine lange Strecke bevor inklusive Grenzübertritt nach Botswana. Wir verabschieden uns noch von den Menschen am Guesthouse und machen uns auf den Weg.

Uns kreisen Gedanken auf dem Weg nach Botswana durch den Kopf

Wir haben uns vorab noch die Google Maps Offline-Karten heruntergeladen, um damit navigieren zu können. Für die Hauptstraßen funktioniert Google Maps tatsächlich sehr gut – sowohl in Namibia, als auch in Botswana. Bei den Nebenstraßen hört es dann aber auch schnell auf. 

Wir sind mittlerweile auf dem Highway. Es geht raus aus Windhuk. Wir fahren an einem Checkpoint vorbei, den es immer mal wieder gibt. Dort gibt es eine kurze Sichtkontrolle – vereinzelt auch mit Kontrolle des Führerscheins und der Fahrzeugpapiere. Geschafft, weiter geht es. Die Strecke zieht sich ziemlich, denn es geht buchstäblich bis zum Horizont nur geradeaus. Links und rechts sieht man Sand, Sand und noch mal Sand. Vereinzelt kann man mal Paviane entdecken.

Während wir fahren, kommen uns wieder die Gedanken vom letzten Jahr in den Kopf. Wir haben auf der Straße einen verunglückten Motorradfahrer entdeckt, der glücklicherweise nur verletzt war und bereits Hilfe bekam. Für uns war der Moment ausschlaggebend, dass wir bei diesem Mal ein Erste-Hilfe-Set aus Deutschland mitgenommen haben. Leider ist die HIV-Rate in Botswana sehr hoch, in Namibia auch ziemlich hoch. Es kann also nicht schaden, Gummihandschuhe dabei zu haben und desinfiziertes Material zum Versorgen möglicher Wunden. Insgesamt ist ein Erste-Hilfe-Set mit Sicherheit auch nicht verkehrt, sollte es zu einer Notfallsituation in der Wildnis für uns kommen. Wir unterhalten uns noch eine Weile über diesen Unfall letztes Jahr und der Schwierigkeit, dass inszenierte Unfallsituationen auch häufig von Kriminellen genutzt werden, um Touristen auszurauben. Das Bauchgefühl ist hier in Namibia und Botswana also mehr gefragt, als wir es vielleicht im Alltag in Deutschland nutzen.

Beim Frühstück kommen Erinnerungen hoch 02
Die Grenze nach Botswana

Nun sehen wir schon in der Ferne die Grenze. Zumindest eine große Ansammlung von LKWs. Wir bahnen uns den Weg zwischen den LKWs hindurch und entdecken ein Häuschen, das wir mal als Grenzhaus identifizieren. In Deutschland hätten bereits 100 Schilder gestanden, davon mindestens die Hälfte mit Androhungen, wie „bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld von…“ – ach ja, der gute deutsche Schilderwald. Komischerweise klappt es hier auch ohne.

Wir reisen nach Botswana ein

Wir parken das Auto und gehen in das Gebäude. Dort sehen wir einen langen Tresen, an dem hinter Gitterstäben Menschen sitzen und mit Stempeln und Papier zugange sind. Hier scheinen wir wohl richtig zu sein. Wir fragen, was wir machen müssen, schließlich ist hier nur die Flagge von Namibia zu sehen. Reisen wir hier nur aus? Ein Mann erklärt uns, dass wir einen der weißen Zettel ausfüllen müssen. Die Zettel kennen wir bereits aus dem Flugzeug, dort wurden sie für die Einreise genutzt. Wir suchen vergeblich nach Kugelschreibern. Was soll’s, ich hole welche aus dem Auto und dann füllen wir das Ding schnell aus. Gesagt, getan, alles ausgefüllt, abgegeben, Ausreisestempel bekommen und fertig sind wir. 

Dann kommt uns plötzlich der Gedanken in den Kopf: ok, jetzt sind wir aus Namibia ausgereist, in Botswana aber nicht eingereist. Hmmm. Und wo geht das jetzt? Da das Grenzhäuschen das einzige Gebäude ist, setzen wir uns in das Auto und fahren einfach mal weiter. Wir werden schon irgendwo aufgehalten werden, wenn wir etwas verpasst hätten. Es geht um ein paar Kurven und plötzlich sehen wir ein Gate, daneben ein Gebäude. Kein Schild, keine Fahne, nichts. Nun gut, gehen wir mal rein. Wir sehen schon jede Menge Afrikaner in dem Haus verschwinden und nicht wieder heraus kommen. Ein Indiz für eine Behörde, denn schnell geht das darin ja irgendwie nie. 

Tatsächlich scheint das die Behörde für die Einreise nach Botswana zu sein. Wir fragen uns mal wieder durch und bekommen erklärt, was wir machen müssen. In erster Linie: anstellen. Na gut, das können wir, hey, wir sind Deutsche – easy. Auch hier müssen wir einen Zettel ausfüllen – dieses Mal für die Einreise. Es gibt dann noch eine Passkontrolle, einen Einreisestempel und dann dürfen wir auch schon bezahlen – auch mit Kreditkarte. Hier zahlt man für das Auto und für die Einreise selbst. Ready to go, wir sind eingereist. Welcome to Botswana!

Es geht zurück zum Auto und durch ein Tor. Das Tor wird von eine Polizistin bewacht, die die Papiere für das Auto kontrolliert und einkassiert. Eigentlich kommt jetzt die Fahrt durch ein Jauchebecken, in dem Chemikalien Krankheitserreger von den Autoreifen und unseren Schuhen entfernen sollen. Aber das Becken ist trocken. Ich finde es ja sowieso relativ unlogisch. Die getragenen Schuhe werden desinfiziert, aber die anderen Schuhe im Kofferraum nicht. Na ja, sie werden schon wissen, was sie tun…

Tanken und Geld abheben in Ghanzi

Es geht nun endlich weiter in Botswana. Wir sehen jede Menge Esel am Straßenrand. Ich mag Esel, denn die haben wenigstens ihren eigenen Kopf – was andere ja als stur bezeichnen. Es sind halt keine angepassten Tiere. Ich kann mich irgendwie mit ihnen identifizieren – nicht, dass da Parallelen wären.

Beim Frühstück kommen Erinnerungen hoch 03
Jede Menge Esel am Straßenrand

Wir fahren nun zur El-Fari Campsite nach Ghanzi. Die Stadt liegt auf dem Weg nach Maun. Wir müssen langsam sowieso tanken und beschließen, dann auch direkt Geld abzuheben. Ich frage einen Mann an der Tanke, wo der nächste Geldautomat ist. Der soll kurz um die Ecke sein, das passt ja. Nach dem Tanken fahren wir also direkt dort hin. Laura wartet im Auto – wenn es geht, dann ist es schon empfehlenswert, wenn das Auto nicht unbedingt aufgebrochen werden soll. Ich laufe also umher und suche den Geldautomaten. Ich finde die Bank, vor der eine große Gruppe Afrikaner abhängt. Hier ist also der Treffpunkt für Jugendliche, auch gut. Ich gehe also zum Automaten und verzweifle. Keine Ahnung wieso, aber ich bekomme kein Geld. Ich frage also eine, ob sie mir mal helfen kann. Sie zeigt mir, wie es geht und verdünnisiert sich höflich, als es um die Pin-Eingabe ging. Und da kommt auch schon das Geld, tip top! Das hat geklappt. Ich bedanke mich und mache mich auf den Weg zum Auto.

Angekommen auf der El-Fari Campsite

Zurück am Auto geht es dann weiter zur Campsite. Dort werden wir schon liebevoll erwartet. Eine Frau nimmt uns in Empfang, während ihr Mann schon mal Feuerholz mit seiner Schubkarre zum Platz fährt. Das Feuerholz ist kostenlos, der Platz super schön gelegen mit Abstand zum nächsten Camper und saubere, moderne Waschhäuser gibt es auch. Es ist noch ein weiteres Paar auf der Campsite, ansonsten gähnende Leere. Wir machen uns noch schnell etwas zu essen und fallen dann tot müde ins Bett. 

Nach einer sehr langen Nacht – wir haben den Schlaf echt gebraucht – stehe ich schon mal auf. Die Sonne taucht den ganzen Platz in goldenes Licht. Ich höre Geräusche von Vögeln, die Erinnerungen an Namibia aus dem letzten Jahr hochkommen lassen. Alles wirkt so friedlich. Und ich bin voller Vorfreude auf das, was uns noch alles in Botswana erwartet.

Nicht schon wieder…

Laura liegt noch im Dachzelt. Sie hat Kopfschmerzen und schlecht ist ihr auch. Da kommt mir in den Kopf: hatte ich nicht morgens noch darüber nachgedacht, dass wir uns letztes Jahr in Namibia nach dem Frühstück tierisch übergeben mussten?! Nicht schon wieder… Bestandskontrolle bei mir: alles gut, fühle mich fit, läuft! Sehr gut, dann kann ich mich wenigstens um Laura kümmern.

Beim Frühstück kommen Erinnerungen hoch 04
Der erste Morgen in Botswana

Laura mag weder Kaffee noch Baked Beans, die ich gerade über dem Feuer mache. Das erste Frühstück in Botswana verbringe ich also mit mir selbst. Ich denke viel über die kommende Tage nach, habe einen Gewissen Respekt vor der Wildnis, der sich mit absoluter Freude mischt. 

Nach dem Frühstück packe ich zusammen, während sich Laura im Waschhaus langsam fertig macht. Ich putze auch noch mal flott die Zähne und dann geht es los. Laura ist mit einer Kopfschmerztablette versorgt und der Weg bis Maun ist nicht weit. Wir haben noch etwas gegen Übelkeit dabei, der Joker sozusagen, wenn gar nichts mehr geht. Laura versucht es aber erst einmal ohne.

Wir starten den Motor. Maun, wir kommen!

Dieser Artikel ist Teil einer Reisebericht-Serie. In den kommenden Wochen werden wir weitere Teile zu unseren Erlebnissen in Botswana schreiben. Wir gefällt Dir diese Art von Artikeln? Schreib es uns doch mal in den Kommentaren.

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